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Deutsche Deklination
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top
Die deutsche Deklination beschreibt innerhalb der deutschen Grammatik eine Abteilung der Bildung von Wortformen (Flexion). Deklination ist allgemein der Gegenbegriff zu Konjugation (der Formenbildung von Verben). Sie bezeichnet also die Formenbildung bei den nominalen Wortarten (im weiten Sinne von Nomen); diese sind: Substantiv (Hauptwort), Adjektiv (Eigenschaftswort, Beiwort), Pronomen (FĂŒrwort), Numerale (Zahlwort) und Artikel (Geschlechtswort, Begleiter).
Die grammatischen Merkmale, die fĂŒr die deutsche Deklination die Hauptrolle spielen, sind:
3. Genus (Geschlecht): Maskulinum (mÀnnliches Geschlecht), Femininum (weibliches Geschlecht), Neutrum (sÀchliches Geschlecht).
Dazu kommt bei Adjektiven die sogenannte StÀrkeflexion.
Die Deklination im Deutschen geschieht meist mithilfe von Endungen (Suffixen) (Haus, Haus-es, Haus-e, HĂ€us-er, HĂ€us-ern); bei einigen dieser Endungen muss der betonte Vokal bei gewissen deutschen Nomina umgelautet werden (Haus â HĂ€user, Vater â VĂ€ter). Je nach Beschaffenheit des Wortstamms können Endungen auch vollstĂ€ndig weggefallen sein (ein Fenster â viele Fenster), eventueller Umlaut ist dabei erhalten geblieben (der Boden â die Böden).
Durch Verschmelzungen mit dem Wortstamm in frĂŒheren Sprachepochen zerfiel die Flexion der Substantive in mehrere Klassen mit unterschiedlichen Endungen. Adjektive und Pronomina haben dagegen ihre eigenen Endungen.
Contents
âą Substantive
âą Personalpronomen
âą Kasus und Genus
âą Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Substantive und Personalpronomen
Substantive
Starke, schwache und gemischte Deklinationen von Substantiven
In der Grammatiktradition nach Jacob Grimm wird zwischen starker, schwacher und gemischter Deklination von Substantiven unterschieden. Die Zuordnung der Substantive zu diesen Klassen erfolgt anhand der Endung im Genitiv Singular und im Nominativ Plural. Allerdings unterscheiden sich die Definitionen und Ordnungskriterien in den verschiedenen Grammatiken (siehe Anmerkungen).
| Genitiv Singular | Nominativ Plural | Klasse | Beispiele |
|---|---|---|---|
| Maskulina und Neutra (mÀnnliche und sÀchliche Hauptwörter) | Maskulina und Neutra (mÀnnliche und sÀchliche Hauptwörter) | Maskulina und Neutra (mÀnnliche und sÀchliche Hauptwörter) | Maskulina und Neutra (mÀnnliche und sÀchliche Hauptwörter) |
| -(e)s (= -es oder -s) | [a]: kein -(e)n [b]: -e, -er, -s oder -Ă [c]: -e, -er oder -Ă | stark | Tag, Rat, Kind, Rad, Lehrer nach [a] und [b], nicht nach [c]: Akku |
| -(e)n | â(e)n | schwach | Mensch, Prinz, Hase (Anmerkung: Hier gibt es keine Neutra.) |
| -(e)s | â(e)n | gemischt | Staat; Auge |
| -(e)ns | â(e)n | nicht klassifiziert | Buchstabe |
| Feminina (weibliche Hauptwörter) | Feminina (weibliche Hauptwörter) | Feminina (weibliche Hauptwörter) | Feminina (weibliche Hauptwörter) |
| â | â(e)n | [A]: schwach oder [B]: gemischt | Frau |
| â | [a]: kein -(e)n oder [b]: -e, -er, -s oder -Ă oder [c]: -e, -er oder -Ă | stark | Gans, Hand; Mutter * nach [a] und [b], nicht nach [c]: Kamera; Mutti, Oma * |
Anmerkungen:
⹠Die Klassifizierung erfolgt ungeachtet der Endung -s, die im Genitiv Singular auftreten kann, wie in Mutters Geburtstag (sÀchsischer Genitiv).cite-ref-1[1] und Omas Klamottenkiste.cite-ref-2[2]
âą Maskulina und Neutra mit Genitiv Singular -s und Nominativ Plural -s (Beispiel: Akku) sowie Feminina mit Genitiv -Ă und Plural -s (Beispiel: Kamera) gehören nach [a] (so bei Hentschel & Weydt, Roeckel) und [b] (so bei Pons: Die groĂe Grammatik Deutsch) zu den starken Substantiven, nach [c] (so bei Pons: Zweifelsfrei Deutsch Grammatik und Pons: Perfektes Deutsch) sind sie nicht klassifiziert.
âą Feminina mit Genitiv Singular -Ă und Nominativ Plural -(e)n gehören nach [A] (so bei Pons: Zweifelsfrei Deutsch Grammatik, Pons: Perfektes Deutsch und Pons: Die groĂe Grammatik Deutsch) zu den schwachen Substantiven, nach [B] (so bei Hennings) zu den gemischten.
Starke Deklinationen werden in diesem Artikel mit S fĂŒr englisch strong âstarkâ und schwache und gemischte mit W fĂŒr weak âschwachâ bezeichnet.
GrundsÀtze
Im Allgemeinen gelten folgende GrundsĂ€tze fĂŒr die Deklination aller Substantive:
⹠Feminina sind im Singular in der Regel unverÀnderlich. Ausgenommen sind Eigennamen, sowie die Wörter Mama, Mami, Mutti, Oma, Omi. Bei den letztgenannten Wörtern gibt es Genitive wie die Tasche der Mama als auch Mamas Tasche.cite-ref-7[7]
âą Im Plural sind Nominativ, Genitiv und Akkusativ stets identisch: die Tage, der Tage, die Tage.
âą Bei Feminina und Neutra sind, in Singular und Plural, jeweils Nominativ und Akkusativ stets identisch.
âą Die Dativ-Singular-Endung -e in einigen Klassen wird heute kaum noch verwendet.
âą Es gibt folgende Endungen: -(e), -(e)n, -(e)r, -(e)s. Bei starken Substantiven ist der Dativ Plural und, bei Maskulina und Neutra, der Genitiv Singular am deutlichsten erkennbar.
FĂŒr Substantive, deren Wortstamm auf unbetontes -e, -el, -en, -er endet, gilt Folgendes:
âą Diese Substantive werden nie nach S2 dekliniert, haben also nie die Endung -er.
âą Alle angehĂ€ngten Endungen verlieren ihr âeâ, die Endungen sind also: -, -n, -s.
Durch die geringe Zahl an Endungen ist der Kasus eines Substantives hÀufig nur durch zusÀtzliche Artikel oder andere Attribute bestimmbar (zum Beispiel: der Sockel, dem Sockel, den Sockel, die Sockel).
Einige Wörter haben mehrere verschiedene Pluralformen, und bei einigen dieser Wörter sind die unterschiedlichen Pluralformen mit unterschiedlichen Bedeutungen verbunden.
âą Wort: Wörter sind Vokabeln aus einem Wörterbuch, Worte ist eine sorgfĂ€ltige Aneinanderreihung von Einzelwörtern (âer machte nicht viele Worteâ, âdie Worte des Dichtersâ).
âą Bank: BĂ€nke sind Sitzgelegenheiten, Banken sind Geldinstitute.
Zugehörigkeit und Ăbersicht
Ein Substantiv an sich gibt keine Auskunft ĂŒber die Zugehörigkeit zu einer Beugungsklasse. Im Allgemeinen lĂ€sst sich jedoch feststellen, dass
âą Substantive auf unbetontes -e sowie die meisten Feminina meist nach W1/W2 dekliniert werden;
âą Substantive auf unbetontes -en meist nach S5/S6 dekliniert werden;
âą Substantive auf unbetontes -el, -er meist nach S5/S6 dekliniert werden, wenn sie maskulin/neutral sind, bzw. nach W2, wenn sie feminin sind;
⹠Feminina nur nach S3 oder W2 flektiert werden können (Ausnahmen: Mutter und Tochter nach S5).
Die Deklinationsklassen lassen sich zusammenfassen als
âą e-Klasse, der Plural endet auf -e, Umlaut bei S1/S3/S5, kein Umlaut bei S4/S6
âą er-Klasse, der Plural endet auf -er, immer mit Umlaut, Klasse S2
âą en-Klasse, der Plural endet auf -(e)n, ohne Umlaut, Klassen W1/W2
âą Mischklasse, W3 und W4
| Kasus | e-Klasse | e-Klasse ohne âeâ | er-Klasse | en-Klasse | en-Klasse ohne âeâ |
|---|---|---|---|---|---|
| Kasus | Tag (mask.) | Sockel (mask.) | Haus (neutr.) | Mensch (mask.) | Traube (fem.) |
| Nominativ Singular | der Tag | der Sockel | das Haus | der Mensch | die Traube |
| Genitiv Singular | des Tages | des Sockels | des Hauses | des Menschen | der Traube |
| Dativ Singular | dem Tag(e) | dem Sockel | dem Hause | dem Menschen | der Traube |
| Akkusativ Singular | den Tag | den Sockel | das Haus | den Menschen | die Traube |
| Nominativ Plural | die Tage | die Sockel | die H À user | die Menschen | die Trauben |
| Genitiv Plural | der Tage | der Sockel | der H À user | der Menschen | der Trauben |
| Dativ Plural | den Tagen | den Sockeln | den H À usern | den Menschen | den Trauben |
| Akkusativ Plural | die Tage | die Sockel | die H À user | die Menschen | die Trauben |
Starke Deklination
âą Nominativ und Akkusativ sind stets identisch.
âą Der Genitiv Singular Maskulinum/Neutrum endet auf -(e)s.
âą Der Dativ Singular Maskulinum/Neutrum kann auf -e enden.
âą Im Plural tritt bei vielen Substantiven aller drei Geschlechter ein Umlaut auf (a > Ă€, aa > Ă€, au > Ă€u, o > ö, u > ĂŒ). Umgelautete Doppelvokale werden gekĂŒrzt geschrieben (z. B. Saal â SĂ€le). Substantive, die kein a, o, u als Stammvokal haben, können nicht umgelautet werden (z. B. Brett â Bretter; die Pluralendung -er steht immer mit Umlaut).
Starke Deklinationsklassen beruhen, historisch betrachtet, auf den urgermanischen Klassen mit stammbildendem Themavokal. Es wurde unterschieden zwischen a-, i-, o- und u-StÀmmen. Zu den o-StÀmmen gehörten nur Feminina, zu den a-StÀmmen nur Maskulina und Neutra. Seit mittelhochdeutscher Zeit werden alle ehemaligen u-StÀmme wie Substantive aus irgendeiner anderen Klasse behandelt.
Da alle auslautenden Vokale im Mittelhochdeutschen zu schwachem e abgeschwĂ€cht wurden, gibt es zwischen diesen beiden Klassen heute keinen Unterschied mehr â bis auf den Umlaut im Plural. Beispiel: im Singular Tag â Tages â Tage â Tag und Gast â Gastes â Gaste â Gast (die Endungen sind identisch), im Plural aber Tage â Tagen gegenĂŒber âGĂ€ste â GĂ€stenâ (identische Endungen, aber Umlaut bei Gast). Tag war also ein alter a-Stamm (gotisch Dativ Plural dagam, deutsch: Tagen), wĂ€hrend Gast ein alter i-Stamm war (gotisch Dativ Plural gastim, deutsch: GĂ€sten). Man muss also bei jedem Substantiv die Pluralform mitlernen, da es aus dem Wortstamm selber nicht mehr ersichtlich ist, ob es ehemals ein a- oder i-Stamm gewesen ist.
Die Bildung nach den o-StĂ€mmen ist in frĂŒhneuhochdeutscher Zeit verloren gegangen, die meisten betroffenen Substantive werden heute schwach dekliniert. Die Endung -er (mit Umlaut) tritt erstmals im Althochdeutschen bei ein paar vereinzelten Neutra zur Pluralbildung auf. SpĂ€ter wurde es auf einen GroĂteil aller Neutra und einige Maskulina ausgedehnt.
Die Klassen S1, S2 und S4 sind den Maskulina und Neutra vorbehalten, die Klasse S3 den Feminina.
S1: Umlaut + e (m./n.)
Zu dieser Klasse gehören viele Maskulina und einige Neutra.
| Kasus | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Baum | die B À um e |
| Genitiv | des Baum (e)s | der B À um e |
| Dativ | dem Baum (e) | den B À um en |
| Akkusativ | den Baum | die B À um e |
âą Beispiele fĂŒr Maskulina: Bach, Napf, Zahn, Hof âŠ
âą Beispiel fĂŒr Neutra: FloĂ âŠ
S2: Umlaut + er
In dieser Klasse sind alle Maskulina und Neutra vertreten, die im Plural einen Umlaut sowie das Endungsmorphem -er aufweisen.
| Kasus | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Wald | die W À ld er |
| Genitiv | des Wald (e)s | der W À ld er |
| Dativ | dem Wald (e) | den W À ld ern |
| Akkusativ | den Wald | die W À ld er |
âą Beispiele fĂŒr Maskulina: Mund, Rand, Strauch, Wurm âŠ
âą Beispiele fĂŒr Neutra: Amt, Blatt, Loch, Holz âŠ
S3: Umlaut + e (f.)
Zu dieser Klasse gehören etwa 40 feminine Substantive in nicht-zusammengesetzter Form.
| Kasus | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Frucht | die Fr ĂŒ cht e |
| Genitiv | der Frucht | der Fr ĂŒ cht e |
| Dativ | der Frucht | den Fr ĂŒ cht en |
| Akkusativ | die Frucht | die Fr ĂŒ cht e |
Beispiele: Angst, Ankunft, Ausflucht, Axt, Bank (zum Sitzen), Braut, Brunft, Brunst, Brust, Faust, Frucht, Gans, Geschwulst (f. (auch n.); auch mit der Pluralform Geschwulste), Gruft, Hand, Haut, Kluft, Kraft, Kuh, Kunst, Laus, Luft, Lust, Macht, Magd, Maus, Nacht, Naht, Not, Nuss, Sau (auch mit der Pluralform Sauen), Schlucht (auch mit der Pluralform Schluchten), Schnur, SchoĂ (Frauenrock; auch mit der Pluralform SchoĂen), Stadt, -statt (z. B. Schlafstatt; auch mit der Pluralform -stĂ€tten),cite-ref-8[8] Sucht, Wand, Wulst (f. (auch m.)), Wurst, Zunft.
S4: -e (ohne Umlaut)
Die Maskulina und Neutra dieser Klasse flektieren wie diejenigen aus S1, sie haben im Plural jedoch keinen Umlaut.
| Kasus | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | das Schaf | die Schaf e |
| Genitiv | des Schaf (e)s | der Schaf e |
| Dativ | dem Schaf (e) | den Schaf en |
| Akkusativ | das Schaf | die Schaf e |
âą Beispiele fĂŒr Maskulina: Bau (Höhle, Unterschlupf), Berg, Docht, Fisch, Gurt âŠ
âą Beispiele fĂŒr Neutra: Bein, Brot, Kamel, Pferd âŠ
Hierzu gehören alle Substantive auf -ment, z. B. Pergament, Testament.
S5: Umlaut ohne Endung
Zu dieser Klasse gehören vor allem Maskulina auf -el, -en, -er sowie zwei Feminina auf -er:
| Kasus | Singular | Plural | | Singular | Plural |
|---|---|---|---|---|---|
| Nominativ | der Boden | die B ö den | | die Mutter | die M ĂŒ tter |
| Genitiv | des Boden s | der B ö den | | der Mutter | der M ĂŒ tter |
| Dativ | dem Boden | den B ö den | | der Mutter | den M ĂŒ tter n |
| Akkusativ | den Boden | die B ö den | | die Mutter | die M ĂŒ tter |
âą Anmerkung: Mutter kann im Genitiv Singular ein s annehmen, wenn es wie ein Eigenname benutzt wird, beispielsweise bei Mutters Geburtstag.
âą Beispiele fĂŒr Maskulina: Boden, Bogen, Faden, Hafen âŠ
âą Beispiel fĂŒr Neutra: Kloster âŠ
Hierzu gehören die Verwandtschaftsnamen, Ăberbleibsel der indogermanischen r-StĂ€mme:
Maskulin: Bruder, Vater
Feminin: Mutter, Tochter
Schwester wird schwach dekliniert.
S6: unverÀnderter Plural
Zu dieser Klasse gehören vor allem Maskulina und Neutra auf -el, -er; die einzigen Endungen sind -s im Genitiv Singular und -n im Dativ Plural.
| Kasus | Singular | Plural | | Singular | Plural |
|---|---|---|---|---|---|
| Nominativ | der JĂ€ger | die JĂ€ger | | das Opfer | die Opfer |
| Genitiv | des JĂ€ger s | der JĂ€ger | | des Opfer s | der Opfer |
| Dativ | dem JĂ€ger | den JĂ€ger n | | dem Opfer | den Opfer n |
| Akkusativ | den JĂ€ger | die JĂ€ger | | das Opfer | die Opfer |
âą Beispiele fĂŒr Maskulina: BĂŒrger, Gegner, Meister, Artikel, Teufel âŠ
âą Beispiele fĂŒr Neutra: Fenster, Feuer, Rudel, Segel âŠ
Hierher gehören fast alle TĂ€terbezeichnungen, sowie viele Bezeichnungen von Völkern: BĂ€cker, JĂ€ger, Afrikaner, EnglĂ€nder, Australier âŠ
Schwache und gemischte Deklination
Die schwachen Klassen haben sich aus den urgermanischen n-StĂ€mmen entwickelt, also Substantiven, deren Wortstamm ursprĂŒnglich auf -n- endete. Dieses -n- ist teilweise bis heute in der Deklination zu erkennen. Im Germanischen wurden an-, in- und on-StĂ€mme unterschieden â wie bei den a-, i- und o-StĂ€mmen der starken Deklination waren an-StĂ€mme fĂŒr Maskulina und Neutra, on-StĂ€mme fĂŒr Feminina vorbehalten; zu den in-StĂ€mmen zĂ€hlen nur Abstrakta aus Adjektiven (z. B. Höhe, GröĂe, LĂ€nge ). Der einzige Unterschied zu den starken Klassen ist hier, dass alle umlautfĂ€higen in-StĂ€mme den Umlaut auch im Singular haben.
Die Endung -en entspricht eigentlich dem ursprĂŒnglichen Wortstamm, alle nachfolgenden Endungen sind jedoch weggefallen (Als Beispiel diene die gotische Deklinationsreihe hraba â hrabins â hrabin â hraban â hrabans â hrabane â hrabam â hrabans: der ersten Form hraba entspricht im Neuhochdeutschen Rabe, alle anderen Formen erscheinen vereinfacht zu Raben).
W1: -(e)n (m./n.)
| Kasus | Singular | Plural | | Singular | Plural |
|---|---|---|---|---|---|
| Nominativ | der BĂ€r | die BĂ€r en | | der Bauer | die Bauer n |
| Genitiv | des BĂ€r en | der BĂ€r en | | des Bauer n | der Bauer n |
| Dativ | dem BĂ€r en | den BĂ€r en | | dem Bauer n | den Bauer n |
| Akkusativ | den BĂ€r en | die BĂ€r en | | den Bauer n | die Bauer n |
âą Diese Art der Deklination wird in der Deutschen Grammatik als N-Deklination bezeichnet.
âą Substantive dieser Klasse werden im Singular umgangssprachlich manchmal stark dekliniert, bei Substantiven auf -e ist das jedoch meist nicht der Fall (umgangssprachliche Beispiele: âdem BĂ€r â dem Raben, den BĂ€r â den Rabenâ, âdes BĂ€rs â des Rabenâ).
âą Beispiele fĂŒr Maskulina: BĂ€r, Mensch, Held, Herr (Genitiv: Herrn oder selten Herren, Plural Herren), FĂŒrst, Graf, Prinz, Zar, Welf, Schenk, Hirt, SchultheiĂ, Fels, Spatz, Fink, Pfau, Greif, Leu, Narr, Tor, Depp, Geck, Mohr, Oberst, Untertan, Vorfahr, Ahn, Typ, Graph, Tyrann, Kamerad, Bote, Rabe, Löwe, Welpe, Hase âŠ
Hierher gehören alle Zugehörigkeitsbezeichnungen mit den folgenden Endungen (Suffixen):
-ade: Nomade
-ale (m.): Kannibale, Rivale, Wandale
-and: Proband
-ant: Demonstrant, Elefant, Gigant, Informant, Mandant, Musikant, Mutant, Passant, Protestant, Sextant, Trabant
-arch: Anarch, Monarch, Oligarch
-at: Autokrat, Automat, Demokrat, Diplomat, Kastrat, Magnat, Pirat, PrÀlat, Primat (SÀugetier), Soldat
-ent: Abiturient, Dozent, Klient, Konkurrent, Kontrahent, PrÀsident, Student
-et: Exeget, Komet, Magnet, Planet, Prophet
-isk: Obelisk
-ist: Anarchist, Artist, Buddhist, Christ
-ik: Katholik
-it: Alewit, Eremit, Jemenit, Schiit, Sunnit, Wahhabit
-one: Mormone, Ottone
-ot: Chaot, Idiot
-und: Vagabund
-ut: Rekrut
-aut: Astronaut, Kosmonaut, Argonaut
-eut: Therapeut, Pharmazeut
Weiter alle Bezeichnungen auf -graph/-graf, -loge, -nom und -soph:
Biograph, Digraph, Geograph, Photograph/Fotograf
Astrologe, Biologe, Geologe, Neurologe, Philologe, Psychologe
Astronom, Ăkonom, Taxonom
Philosoph, Theosoph
Hierher gehört auch ein GroĂteil der Bezeichnungen fĂŒr Volksangehörige mit Endung -e:
Afghane, Apache, Brite, Chinese, Burmese, DĂ€ne, Este, Finne âŠ
W2: -(e)n (f.)
Die meisten Feminina gehören in diese Klasse. Die kurze Endung -n kann nach stammauslautendem -l- oder -r- und nach Vokal stehen. Bei StĂ€mmen auf -in(n)- erscheint das zweite -n- in der heutigen Schreibung nur im Plural. Besonders ursprĂŒngliche o- und on-StĂ€mme befinden sich in dieser Klasse.
| Kasus | Singular | Plural | | Singular | Plural |
|---|---|---|---|---|---|
| Nominativ | die Stirn | die Stirn en | | die Birne | die Birne n |
| Genitiv | der Stirn | der Stirn en | | der Birne | der Birne n |
| Dativ | der Stirn | den Stirn en | | der Birne | den Birne n |
| Akkusativ | die Stirn | die Stirn en | | die Birne | die Birne n |
Beispiele fĂŒr Feminina:
Achse, Akazie, Allee, Ameise ⊠Ammer, Aster, Blatter, Elster, Flunder ⊠Art, Bucht, Fahrt, Flur (nutzbare LandflĂ€che), Frau, Furt, Mure, Schau, Schicht, Schlucht, Stirn, Tat, Uhr, Werft âŠ
Hierher gehören die meisten Baumnamen, Fruchtnamen, viele Tier- und Blumennamen sowie Bezeichnungen fĂŒr Musikinstrumente, auĂerdem alle Wörter mit den folgenden Suffixen:
-ade: Karbonade, Limonade, Marmelade, Maskerade, Parade, Rochade, Schokolade
-Àne: FontÀne, MorÀne, MurÀne
-ete: Machete, Rakete
-ette: Kassette, Klarinette, Manschette, Marionette, Pinzette, Pipette, Rosette, Silhouette
-euse: Chauffeuse, Friseuse
-ie: Allergie, Embolie
-in (veraltet auch -inn), Plural -innen: FĂŒrstin, HĂŒndin, Journalistin, Lehrerin, Prinzessin, Schneiderin
-ine: Cousine, Doline, Gardine, Kantine, Lawine, Maschine, Praline, Rosine, Saline, Slawine, Turbine
-ode: Mode, Periode
-ole: Konsole, Parole
-ose: Diagnose, Neurose, Psychose, Thrombose, Tuberkulose, Zirrhose
-ĂŒre: AllĂŒre, BroschĂŒre, LektĂŒre, ManikĂŒre
Weiterhin gehören alle Abstrakta hierher, die auf -heit, -keit, -ion, -ung enden.
W3: 1. Mischklasse, Genitiv -(e)s
Der Singular dieser Mischklasse flektiert stark (Genitiv auf -(e)s), der Plural schwach.
| Kasus | Singular | Plural | | Singular | Plural |
|---|---|---|---|---|---|
| Nominativ | das Auge | die Auge n | | das Ohr | die Ohr en |
| Genitiv | des Auge s | der Auge n | | des Ohr (e)s | der Ohr en |
| Dativ | dem Auge | den Auge n | | dem Ohr (e) | den Ohr en |
| Akkusativ | das Auge | die Auge n | | das Ohr | die Ohr en |
âą Beispiele fĂŒr Maskulina: Schmerz, Staat, auf -tor endende Substantive (Autor, Prospektor, âŠ)
âą Beispiele fĂŒr Neutra: Auge, Ohr, Hemd, Bett, Verb âŠ
Ebenfalls in diese Klasse gehört Bau (GebĂ€ude) mit dem unregelmĂ€Ăigen Plural Bauten.
W4: 2. Mischklasse, Genitiv -ens
In dieser Mischklasse werden schwache und starke Genitivendung miteinander kombiniert, die ĂŒbrigen Kasus gehen nach W1. Die meisten (maskulinen) Nomina dieser Klasse kennen im Nominativ Singular neben einer Form auf -e auch eine Variante auf -en, z. B. der Same und der Samen.
| Kasus | Singular | Plural | | Singular | Plural |
|---|---|---|---|---|---|
| Nominativ | der Name | die Name n | | das Herz | die Herz en |
| Genitiv | des Name ns | der Name n | | des Herz ens | der Herz en |
| Dativ | dem Name n | den Name n | | dem Herz (en) | den Herz en |
| Akkusativ | den Name n | die Name n | | das Herz | die Herz en |
âą Beispiele fĂŒr Maskulina: Buchstabe, Name, Same, Friede, Funke, Glaube(n), Wille, Gedanke, Haufe(n)
âą Beispiel fĂŒr Neutra: Herz
AbkĂŒrzungen und Fremdwörter
AbkĂŒrzungen können im Plural -s haben, Maskulina und Neutra können diese Endung ebenfalls im Genitiv Singular haben: der IM, des IM[s], die IM[s]; der PC, des PC[s], die PC[s]; die CD, der CD, die CDs. Die ĂŒbrigen Kasus sind unverĂ€nderlich.
Fremdwörter unterliegen kaum festen Regeln. HĂ€ufig werden sie ganz wie deutsche Wörter dekliniert, indem sie in eine Klasse eingeordnet werden (dies gilt vor allem fĂŒr Lehnwörter, zum Beispiel Armee â Armeen, Karzer â Karzer âŠ).
Ansonsten gilt meist:
⹠Der Genitiv Singular Maskulinum/Neutrum hat die Endung -s (nach s, x, z entfÀllt sie meistens).
âą Dativ und Akkusativ Singular haben keine Endung.
⹠Feminina sind im Singular in der Regel unverÀnderlich.
âą Die Endung fĂŒr alle Kasus des Plurals ist hĂ€ufig unregelmĂ€Ăig, der Dativ Plural bleibt in diesen FĂ€llen unverĂ€ndert.
âą Fremdwörter, die auf Vokal (auĂer kurzes e) enden und jĂŒnger sind bzw. aus dem Französischen oder Englischen stammen, haben in allen Pluralformen in der Regel -s: Kameras, BĂŒros, CafĂ©s/Kaffees, Kasinos, Kolibris, Taxis. Ausnahmen: Pizzen (auch Pizzas und Pizze), Risiken (auch Risikos). Der Genitiv lautet: der Kamera, des CafĂ©s, des BĂŒros, des Kolibris, des Kasinos, des Taxis, der Pizza usw.
âą Fremdwörter werden teilweise in eine deutsche Klasse eingeordnet. So sind die Fassade (Pl. Fassaden) und die Box (Pl. Boxen) in die schwache Klasse eingeordnet worden, wĂ€hrend Computer und Scanner wie Lehrer dekliniert werden. Bei anderen Fremdwörtern wiederum bleibt der fremde Plural (zum Beispiel DebĂŒts, Fans, Joysticks, Hits, Kids) erhalten.
FĂŒr Fremdwörter aus dem Lateinischen und Griechischen, aber auch aus romanischen Sprachen gilt:
âą Viele Fremdwörter sind vollstĂ€ndig eingedeutscht: Helikopter â des Helikopters, Fotograf â des Fotografen âŠ
âą Fremdwörter, die ihre alte Rectus-Endung erhalten haben, wurden teilweise mit deutschen Pluralendungen versehen: Zentrum â Zentren, Museum â Museen, Magma â Magmen, Globus â Globen, Virus â Viren, Stimulans â Stimulanzien âŠ, der Genitiv lautet auch hier einfach des Zentrums, des Museums, des Magmas, des Globus oder des Globusses, des Virus, des Stimulans.
âą Andere jedoch haben sogar ihre alte Mehrzahlendung erhalten: das Praktikum â des Praktikums â die Praktika, die Supernova â der Supernova â die Supernovae, der Terminus â des Terminus â die Termini, das Lexikon â des Lexikons â die Lexika, das Genus â des Genus â die Genera, das Tempus â des Tempus â die Tempora, der Kasus â des Kasus â die Kasus, das Numerale â des Numerales â die Numeralia oder die Numeralien.
âą Ein hĂ€ufiger griechischer Mehrzahltyp fĂŒr Neutra besteht aus der Endung -ta/te: das Klima â die Klimata, das Stigma â die Stigmata, das Komma â die Kommata âŠ
âą Weitere Ăberbleibsel alter Pluralformen mit eingedeutschten Nebenformen sind das Lexikon â des Lexikons â die Lexika/Lexiken, der Atlas â des Atlas/Atlasses â die Atlanten/Atlasse, das Visum â des Visums â die Visa/VisenâŠ
Fremdwörter aus anderen Sprachen wurden teilweise völlig eingedeutscht (z. B. der Taifun â des Taifuns â die Taifune), andere (weniger gebrĂ€uchliche) haben ihre ursprĂŒngliche Mehrzahlbildung beibehalten (z. B. das Ksar â des Ksars â die Ksur, gemeint ist eine rechteckige Berbersiedlung).
Eigennamen
Eigennamen haben in der Regel keinen Plural, der einzig verĂ€nderte Kasus ist dann der Genitiv Singular: Moskau â Moskaus, Mississippi â Mississippis, Mount Everest â des Mount Everests âŠ
Personennamen werden hĂ€ufig im Genitiv dem Substantiv ohne Artikel vor- oder nachgestellt (Peters Ziegen, die Sorgen Uriels) â hierfĂŒr bekommen Personennamen aller Geschlechter die Endung -s â wĂ€re dieses aufgrund eines vorausgehenden Zischlautes (s, Ă, x, z) nicht hörbar, wird durch einen Apostroph ersetzt: Peters, Veronikas, Hansâ, Maxâ, Fritzâ. Statt des Apostrophs steht manchmal die Endung -ens: Fritzens.
Auch ein Plural muss manchmal gebildet werden. Hierbei gibt es eigentlich ĂŒberhaupt keine festen Regeln. Man behilft sich folgendermaĂen:
âą Bei Namen auf unbetontes -er gibt es keine Endung: alle Peter auf der Welt.
âą Bei Namen auf Zischlaut kann die Endung -e mit Umlaut stehen: alle MĂ€xe/HĂ€nse auf der Welt.
⹠Oftmals steht die Mehrzahlendung -s: alle Veronikas/Uriels/ ⊠auf der Welt.
Bei Namen aus dem Lateinischen gelten manchmal andere Regeln:
âą Petrus, Genitiv Petri
âą Jesus, Genitiv/Dativ/Vokativ Jesu, Akkusativ Jesum
âą Maria hat manchmal den alten Genitiv MariĂ€ (neben Marias und Mariens). Diese Form ist auch als altertĂŒmlicher Dativ ĂŒblich (der Akkusativ Mariam ist nicht mehr gebrĂ€uchlich).
Bei Namen von Unternehmen oder Organisationen und bei Werktiteln besteht eine gewisse Neigung zur Aufgabe der Deklination, indem manchmal der Nominativ fĂŒr alle FĂ€lle eintritt (Gen.: Betrieb der Deutsche Bahn anstatt: Betrieb der Deutschen Bahn, Dat.: in Schillers RĂ€uber anstatt: in Schillers RĂ€ubern). Von den Sprachlehren wird dies abgelehnt.cite-ref-duden4gramm1995-9-0[9]
Personalpronomen
Flexion der Personalpronomen
Die Deklination der Personalpronomen unterscheidet sich grundsĂ€tzlich von der aller anderen Nomen, allein schon dadurch, dass es bei vielen Pronomen unterschiedliche StĂ€mme gibt (zum Beispiel ich â mich, wir â uns).
Dieser Zustand ist schon seit indogermanischer Zeit prÀsent, vergleiche dazu:
âą deutsch ich, gotisch ik, altindisch ahĂĄm gegenĂŒber deutsch mich, gotisch mik, lateinisch mÄ, altgriechisch emĂ©, me;
âą deutsch wir, gotisch weis, hethitisch uÌŻÄĆĄ gegenĂŒber deutsch uns, gotisch uns, hethitisch anz-.
In der 3. Person stehen verschiedene StÀmme:
âą der Pronominalstamm i- liegt deutsch er/ihm/ihn ~ es, gotisch is/imma/ina ~ ita, lateinisch is/ei/eum âdieser, erâ ~ id âdieses, esâ zugrunde;
⹠der Demonstrativstamm ឱi- (fortgesetzt in her, hier und hin) tritt auf bei niederlÀndisch hij/hem ~ het, englisch he/him, skandinavisch han/ham.
Das Personalpronomen enk im Akk. Dat. Plural, das in einigen bairischen Dialekten auftritt, entstammt der ursprĂŒnglichen Dualform *inke der 2. Person, vergleiche altsĂ€chsisch ink und altenglisch inc. Weitere Dualformen kennt das Deutsche nicht mehr.
âą Ein reflexives Personalpronomen existiert nur mehr im Dativ und Akkusativ (sich). Im Genitiv springt dafĂŒr das Pronomen der 3. Person ein (seiner/ihrer).
âą Der Genitiv des Personalpronomens wird heute selten verwendet. Er steht im Grunde genommen nur als Objekt nach Verben, die den Genitiv verlangen (erinnert sich meiner, erbarme dich unser, gedenke ihrer âŠ; hier stehen auch vereinzelt die obsoleten Formen mein, dein, zum Beispiel vergiss mein nicht).
Besitzanzeigend stehen die Possessivpronomen (siehe unten).
| | Singular | Singular | Singular | Singular | Singular | Plural | Plural | Plural | reflexiv |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Kasus | 1. Person | 2. Person | 3. Person | 3. Person | 3. Person | 1. Person | 2. Person | 3. Person | 3. Person |
| Nominativ | ich | du | er | sie | es | wir | ihr | sie | |
| Genitiv | meiner (mein) | deiner (dein) | seiner (sein) | ihrer | seiner (sein) | unser (unserer) | euer (eurer) | ihrer | |
| Dativ | mir | dir | ihm | ihr | ihm | uns | euch | ihnen | sich |
| Akkusativ | mich | dich | ihn | sie | es | uns | euch | sie | sich |
Im Genitiv ist beim Plural die kĂŒrzere, beim Singular sowie bei der Zusammenziehung mit wegen die lĂ€ngere Form ĂŒblich. Bei der Zusammenziehung wird das auslautende -er in -et umgewandelt (meinetwegen, deinetwegen, seinetwegen, ihretwegen, unseretwegen, euretwegen, ihretwegen).
Personalpronomen als Teil der Nominalphrase
Auf Personalpronomen können in EinzelfÀllen Adjektive folgen:
Kasus und Genus
Verwendung der Kasus
Siehe auch
:
PrÀposition#Grammatische Eigenschaften von PrÀpositionen: Rektion
Siehe auch
:
Objekt (Grammatik)
Der Nominativ
Der Nominativ (Wer-Fall) steht als Subjekt des Satzes, auĂerdem ĂŒbernimmt er die Form des Vokativs: die Katze springt auf den Tisch, der Schnee fĂ€llt, er gibt ihm den Schuh; komm, liebe Katze, komm!, (oh) Mensch!, du Idiot!. Er steht dabei meist am Satzanfang, oft auch nach dem finiten PrĂ€dikat, einem Adverb oder einem Objekt.
Adjektive und Substantive im Nominativ können zusammen mit dem Hilfsverb sein das intransitive PrĂ€dikat bilden: er ist groĂ, sie ist seine SekretĂ€rin, viele Leute sind Protestanten, sie werden bald arbeitslos sein.
Der Genitiv
Der Genitiv wird in der Umgangssprache und den Dialekten relativ selten verwendet, am hÀufigsten wird er hochsprachlich genutzt.
Der Funktionsumfang des Genitivs ist am gröĂten von allen vier Kasus:
âą Bildung des Possessivs: das Buch des HĂ€ndlers, Ursulas Haus
âą Zugehörigkeit: die TĂŒr des Hauses, die BlĂ€tter der BĂ€ume
âą Genitivobjekt bei bestimmten Verben: sie verwiesen ihn des Landes, er wurde dieses Verbrechens beschuldigt
⹠Er steht nach den PrÀpositionen wegen, ob, innert, wÀhrend, trotz, dank, kraft, mittels, zwecks, aufgrund, innerhalb, im Laufe ⊠und der Postposition halber: wegen des Regens, ob dieser UmstÀnde, der Eintracht halber, zwecks einschneidender Lohnsenkungen, trotz der Proteste, aufgrund der Geschehnisse, innerhalb eines Tages, im Laufe dreier Jahre
⹠Er kann zusammen mit bestimmten Adjektiven stehen: der deutschen Sprache mÀchtig, in Àlterem Sprachgebrauch kann er prÀdikativ verwendet werden: sie ist guter Dinge.
âą Er fungiert (eingeschrĂ€nkt) als Genitivus absolutus, also zur Beschreibung eines (tatsĂ€chlichen oder figĂŒrlichen) Begleitumstands ohne grammatische AbhĂ€ngigkeit vom Rest des Satzes: er verlieĂ das BĂŒro erhobenen Hauptes, stehenden FuĂes (LehnĂŒbersetzung aus dem Lateinischen), heutigentags (von *âheutigen Tagsâ) usw.
In den drei ersten FĂ€llen steht das im Genitiv deklinierte Substantiv hinter dem Bezugswort.
Die PrÀposition wegen kann dem Bezugswort auch nachgestellt werden: des Regens wegen. Bei Personalpronomen steht der Dativ; dies ist die einzige Möglichkeit, wenn das Personalpronomen noch erweitert wird (wegen euch beiden); steht es jedoch das Personalpronomen allein, sind die Komposita meinetwegen, deinetwegen, seinetwegen, unseretwegen, euretwegen, ihre(n)twegen möglich und dann hochsprachlich einzig zugelassen (in der Umgangssprache auch hier mit Dativ, wegen mir usw.) In einigen Dialekten kann auch der Genitiv stehen (so im Bairischen wegen meiner, auch wenn dieses den Genitiv anderweitig fast und gerade nach wegen vollstÀndig verloren hat).
Der Genitiv wird hÀufig durch die PrÀposition von+Dativ umschrieben. Dies geschieht in partitiver Verwendung: niemand von uns. Vor Substantiven steht im Partitiv die PrÀposition aus: drei Arbeiter aus dieser Fabrik. Vor Pluralwörtern ohne Artikel und begleitendem Adjektiv (die sonst unmarkiert wÀren) ist die von-Umschreibung auch in der Hochsprache zulÀssig und verbindlich: ein Zeitraum von Stunden, aber ein Zeitraum mehrerer Stunden.
Umgangssprachlich werden die genannten Funktionen folgendermaĂen umschrieben:
⹠Possessiv: das Buch vom HÀndler/dem HÀndler sein Buch, das Haus von (der) Ursula/Ursula ihr Haus. Man bedient sich also der PrÀposition von+Dativ oder des Rheinischen Genitivs. Possessivpronomen werden nach wie vor hÀufig verwendet.
âą Zugehörigkeit: die TĂŒr vom Haus, die BlĂ€tter von den BĂ€umen/den BĂ€umen ihre BlĂ€tter
âą Das Genitivobjekt wird bei einigen Verben durch ein Akkusativobjekt (veraltet, heute noch gehoben: jemandes vergessen, daneben auch jemanden vergessen), bei anderen durch eine Partizipialkonstruktion (Ă€lter oder gehoben: sich jemandes erinnern, jĂŒnger: sich an jemanden erinnern; Ă€lter oder gehoben: jemanden einer Sache anklagen, jĂŒnger jemanden wegen einer Sache anklagen) ersetzt, im Ăbrigen muss es umschrieben werden: sie wiesen ihn aus dem Land, man gab ihm die Schuld an dem Verbrechen.
âą Die PrĂ€positionen wegen und trotz (sowie auch innert) tragen â je nach Region â umgangssprachlich hĂ€ufig den Dativ: wegen dem Regen, trotz den Protesten. Bei anderen PrĂ€positionen, deren Konstruktion teilweise noch deutlich erkennbar ist (aufgrund, anstatt, im Laufe, aber auch: innerhalb), steht von: aufgrund von den Ereignissen, innerhalb von einem Tag, im Laufe von drei Jahren.
âą Der Genitiv mit bestimmten Adjektiven oder in prĂ€dikativer Stellung existiert ohnehin nur in einigen Redewendungen, sodass diese in der Umgangssprache noch Verwendung finden. Der adverbiale Genitiv wird durch PrĂ€positionen ersetzt: er verlieĂ das BĂŒro mit erhobenem Kopf.
Der Dativ
Der Dativ steht hauptsĂ€chlich als indirektes Objekt: das sehe ich dir an, er gibt ihm den Schuh. AuĂerdem steht er oft bei subjektiven EindrĂŒcken: es ist mir zu kalt, das Buch ist ihm zu kompliziert.
Der Dativ steht nach folgenden PrÀpositionen:
mit, ab, aus, bei, nach, von, vor, zu, binnen
AuĂerdem steht er nach folgenden PrĂ€positionen zur Angabe des Ortes:
an, in, auf, unter, ĂŒber, vor, hinter, bei, neben
sowie vor den Postpositionen
voraus, voran
Der Akkusativ
Der Akkusativ (dessen Formen von denen des Nominativs hÀufig nicht verschieden sind), steht als direktes Objekt bei transitiven Verben: ich sehe dich, er gibt ihm den Schuh.
Der Akkusativ steht nach folgenden PrÀpositionen:
fĂŒr, ohne, durch, gegen, um, bis
AuĂerdem steht er nach den PrĂ€positionen an, in, auf, unter, ĂŒber, vor, hinter, durch und neben zur Angabe der Richtung oder der Bewegung und vor der Postposition entlang.
Unsicherheiten
In einigen FĂ€llen besteht auch bei deutschen Muttersprachlern vielfach Unsicherheiten und schwankender Sprachgebrauch. Dies betrifft unter anderem:
Appositionen
Bei Appositionen herrscht Kasuskongruenz, wenn die Apposition:
⹠ein Demonstrativ- oder Possessivpronomen enthÀlt (Der Designer arbeitet am liebsten mit Kaschmir, diesem vielseitigen Material. Erika unternahm die Reise mit Klaus, ihrem Bruder.)cite-ref-dg980-14-1[14]
âą ein Kalenderdatum enthĂ€lt (Die Potsdamer Konferenz begann am Dienstag, dem 17. Juli 1945. Die UrauffĂŒhrung findet Sonnabend [=adverbialer Akkusativ], den 3. Februar, in MĂŒnchen statt.)cite-ref-dg982-15-0[15]
Nicht-standardsprachliche Abweichungen von der Kasuskongruenz in Form eines âappositiven Dativsâ finden sich besonders hĂ€ufig:
âą nach PrĂ€positionen, die den Genitiv oder Akkusativ regieren (âEin Geschenk fĂŒr Bruno, dem Bruder von Mariaâ â statt standardsprachlich: âfĂŒr Bruno, den Bruder von Maria.â â âWegen eines Schnupfens, diesem leidigen Wehwehchenâ â statt standardsprachlich: âeines Schnupfens, dieses leidigen Wehwechens.â)cite-ref-dg981-16-0[16]
âą bei Akkusativobjekten (SorgfĂ€ltige Anmerkungen und ein Register erschlieĂen den inhaltsreichen und gut bebilderten Band..., âeinem wichtigen Beitrag ĂŒber Thoma und seine Zeit.â â statt standardsprachlich â...einen wichtigen Beitragâ.)cite-ref-dg981-16-1[16]
âą bei possessiven Attributen (âDas Kino zeigt einen Film Oskar Roehlers, dem Sohn von Gisela Elsner.â â statt standardsprachlich: â...des Sohns...â)cite-ref-dg981-16-2[16]
Wenn die Apposition sich nach einer vorausgehenden PrĂ€position richtet, wie im Beispiel âvon + Dativâ, soll standardsprachlich hingegen die Apposition in den Dativ gesetzt werden, statt den gesamten von-Teil durch einen Genitiv aufzugreifen:
âą âDer Unfall von Toni Kalderer, einem erfahrenen SkilĂ€ufer [statt: eines erfahrenen SkilĂ€ufers], ĂŒberraschte allgemein.âcite-ref-dg981f-17-0[17]
Kasusabweichungen sind bei Appositionen möglich oder gar zwingend, wenn die Apposition:
âą kein Artikelwort, aber ein Adjektiv oder ein substantiviertes Adjektiv enthĂ€lt (Kasuskongruenz oder Nominativ: Die Delegation traf sich mit Dan Meridor, stellvertretendem/stellvertretender Premierminister von Israel. Alexander VII. begrĂŒĂte Claude de Mesmes, Abgesandten/Abgesandter des französischen Königs.)cite-ref-dg980f-18-0[18]
⹠weder ein Artikelwort noch ein Adjektiv enthÀlt (nur Nominativ: Das SpÀtwerk des vielfach preisgekrönten Philip Roth, Schriftsteller in New York. Das Erstlingswerk des ehemaligen Stipendiaten, Lutz Seiler.)cite-ref-dg981-16-3[16]
Reihungen
Kasusabweichungen sind auch bei Reihungen möglich. Beispiel:
âą FĂŒgungen mit Kalenderdatum, wenn diese nicht als Apposition, sondern als Reihung gedeutet werden (Die findet Sonnabend [=adverbialer Akkusativ], dem 3. Februar, in MĂŒnchen statt.). Ob solche Reihungen als korrekt aufzufassen sind, ist umstritten.cite-ref-dg982-15-1[15]
Elliptische Parenthesen
Von Appositionen zu unterscheiden sind elliptische Parenthesen: verkĂŒrzte eingeschobene SĂ€tze. Hier sind Kasusabweichungen möglich. Beispiele:
âą FĂŒgungen mit alles, jedes (Nominativ: Die PlĂ©iade bestand aus Ronsard, Du Bellay, Dorat, Belleau, de BaĂŻf, de Tyard und Jodelle, alles MĂ€nner.)cite-ref-dg982-15-2[15]
âą FĂŒgungen am Satzanfang, die man als verkĂŒrzte Partizipphrasen (mit Weglassung von seiend) auffassen kann (Nominativ: In zahlreichen Familien ein gern gesehener Gast, betraute man ihn mit dieser Aufgabe.)cite-ref-dg982-15-3[15]
Genus (Geschlecht)
Deutsche Substantive, Adjektive und Pronomen treten in drei Genera (Geschlechtern) auf: maskulin (mĂ€nnlich), feminin (weiblich) oder neutral (sĂ€chlich). Das natĂŒrliche Geschlecht (MĂ€dchen ist eine weibliche Person, Tisch ist ein Gegenstand) stimmt vor allem bei nichtbelebten Dingen meist nicht mit dem grammatischen Geschlecht ĂŒberein (das MĂ€dchen (neutral), der Tisch (maskulin)).
GrundsÀtzlich gilt:
⹠Substantive auf -ei, -schaft, -heit, -keit, -ung, -(t/s/x)ion, -(i)tÀt, sowie auf -öse (franz. -euse), -iere (franz. -iÚre) sind feminin
âą Substantive auf -tum, -lein, -chen sind neutral (wobei es auch Ausnahmen gibt, z. B.: der Irrtum, der Reichtum)
Artikelwörter und Adjektive
Artikelwörter und Adjektive haben im Deutschen besondere Flexionsendungen gemeinsam, die sich oft grundlegend von denen der Substantive unterscheiden.
Was sind Artikelwörter?
Die traditionelle, aus der Beschreibung des Lateinischen entstandene Grammatik mit ihrer Scheidung von Artikeln, Pronomen, Adjektiven und Zahlwörtern als unterschiedliche Wortarten ist fĂŒr eine adĂ€quate Beschreibung der Flexion im Deutschen wenig leistungsfĂ€hig. In der aktuellen Ausgabe der Duden-Grammatik tritt an ihre Stelle daher die Unterscheidung von Artikelwörtern (Determinativa) und Adjektiven.
| Wortklasse | Wortklasse | Beispiele |
|---|---|---|
| Moderne Bezeichnung | Bezeichnung in der Traditionsgrammatik | Beispiele |
| Definiter Artikel | Bestimmter Artikel | der, die, das |
| Indefiniter Artikel | Unbestimmter Artikel | ein, eine |
| Possessive Artikelwörter | Possessivpronomen | mein Buch |
| Demonstrative Artikelwörter | Demonstrativpronomen | das Buch, dieses Buch, jenes Buch, dasjenige Buch, dasselbe Buch |
| Relative Artikelwörter | Relativpronomen | sie möchte sich die Haare fÀrben lassen, mit welcher Absicht er gar nicht einverstanden ist (selten) |
| Interrogative Artikelwörter | Interrogativpronomen | welches Buch? was fĂŒr ein Buch? |
| Indefinite Artikelwörter | Indefinitpronomen | (irgend-)jemand Neues, ein bisschen Butter ; auĂerdem: niemand, nichts, (irgend-)etwas, (irgend-)was, (irgend-)wer, genug, alle, jeder, sĂ€mtliche, beide, einige, etliche, manche, (irgend-)welche, solche, irgendein, kein, allerlei, solcherlei, derlei, dreierlei, ein wenig, ein paar |
Besonderheiten der Flexion der Artikelwörter und Adjektive
Adjektive und Artikelwörter können adjektivisch und substantivisch verwendet werden:
âą Adjektivisch stehen sie vor einem Substantiv in der Reihenfolge Artikel/Pronomen/Possessivpronomen + Adjektiv + Substantiv: âdas Haus, dieses Haus, groĂe HĂ€user, dieses groĂe Haus, alle diese groĂen HĂ€user, diese vielen groĂen HĂ€userâ. Die Adjektive werden dabei in AufzĂ€hlungen durch Kommata voneinander abgetrennt: er mag keine blauen, roten oder grĂŒnen HĂ€user. Possessivpronomen werden in der Regel ohne weitere Pronomen verwendet, selten werden sie durch das Pronomen dies nĂ€her bestimmt: dieses mein Haus.
âą Substantivisch stehen Adjektive und Artikelwörter in Vertretung eines Substantives: das Haus â es ist groĂ, die HĂ€user â sie sind groĂ; dieses hier gefĂ€llt mir, jenes dort gefĂ€llt mir nicht; sie steht auf rote Autos, aber nicht auf grĂŒne. das ersetzt umgangssprachlich die substantivischen Pronomen dieses, jenes und es: das hier ist groĂartig, das da aber nicht. Substantivische Adjektive und Pronomen im Singular Neutrum beziehen sich auch auf mehrere Dinge, bei Personen wird der Plural verwendet: GroĂes (Neutrum Singular) wird von MĂ€chtigen (Plural) erwartet = groĂe Dinge werden von mĂ€chtigen Personen erwartet.
Substantivische Adjektive und Artikelwörter können in einigen FĂ€llen keinen Genitiv bilden. In attributiver Stellung kann er durch von + Dativ umschrieben werden: das Geld von Reichen, bei den PrĂ€positionen wegen und trotz steht der Genitiv: wegen vieler, trotz so weniger. In SĂŒddeutschland, in der Schweiz und in Ăsterreich wird grundsĂ€tzlich gern anstelle des Genitivs der Dativ verwendet. Dabei ist der Dativ die Ă€ltere Form, wird aber heute seltener benutzt.cite-ref-20[20]
Wortgruppenflexion
Im Deutschen werden in der Mehrzahl der FĂ€lle nicht Einzelwörter, sondern ganze Nominalphrasen dekliniert. Grundlage der Wortgruppenflexion ist die Kongruenzregel: In Nominalphrasen stimmen Artikelwörter und Adjektive mit dem Substantiv in Genus, Numerus und Kasus ĂŒberein (ein heiĂer Kaffee).cite-ref-dg948-21-0[21]
Artikelwörter, Adjektive und Substantive sind die MerkmaltrĂ€ger der Nominalphrase: sie enthalten Informationen ĂŒber Genus, Numerus und Kasus. Dabei enthĂ€lt jede Nominalphrase einen HauptmerkmaltrĂ€ger; die anderen Elemente sind NebenmerkmaltrĂ€ger. HauptmerkmaltrĂ€ger (hier hervorgehoben) ist das am weitesten links stehende Element, das eine Endung trĂ€gt:cite-ref-dg948-21-1[21]
âą weich-er blau-er Stoff
âą ein/kein/mein weich-er blau-er Stoff
âą d-er/dies-er weich-e blau-e Stoff
âą wegen d-es weich-en blau-en Stoff-es
âą wundervoll weich-er blau-er Stoff
âą mit wundervoll weich-em blau-em Stoff(-e)
âą mit kostbar-em weich-en blau-en Stoff(-e)
âą unter-m grĂŒnen Baum; i-m WeiĂen Haus; zu-r alten MĂŒhle
Auch substantivierte Adjektive sind entweder Haupt- oder NebenmerkmaltrÀger:cite-ref-dg948f-22-0[22]
âą ein trocken-er Rot-er
âą jed-er trocken-e Rot-e
Ob ein Wort eine Endung erhĂ€lt (eventuell auch: und was fĂŒr eine Art von Endung), hĂ€ngt davon ab, ob es Haupt- oder NebenmerkmaltrĂ€ger ist:cite-ref-dg948-21-2[21]
| Wortart | HauptmerkmaltrÀger | NebenmerkmaltrÀger |
|---|---|---|
| Artikelwörter | starke Endung manch-er gut-e Hinweis | keine Endung manch gut-er Hinweis |
| Adjektive | starke Endung ein schlimm-er Husten | schwache Endung d-er schlimm-e Husten |
Adjektive und Ordinalia
Deklinierter vs. nicht deklinierter Gebrauch von Adjektiven
| Deklination | Keine Deklination |
|---|---|
| Das Adjektiv wird dekliniert, wenn es attributiv und auf ein Substantiv bezogen (âadsubstantivischâ) verwendet wird. Das Adjektiv ist dem Substantiv entweder voran- oder nachgestellt: Voranstellung ist fĂŒr attributive Adjektive der Normalfall (kleine Ursachen können groĂe Wirkungen haben) . [ 24 ] Daneben können flektierte Formen dem Substantiv auch als Nachtrag folgen ( Alles geben Götter, die unendlichen, / Ihren Lieblingen ganz, / Alle Freuden, die unendlichen, / Alle Schmerzen, die unendlichen, ganz. [Goethe]). [ 25 ] | Das Adjektiv wird nicht dekliniert, wenn es adverbial (er lĂ€uft schnell) oder prĂ€dikativ verwendet wird ( Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang. [Schiller]). Nicht dekliniert werden auch: bestimmte Farbadjektive, die meist von Substantiven abgeleitet sind (orange, lila, rosa, beige, rosĂ©) [ 26 ] Adjektive auf Vollvokal (prima, mini, hetero, tabu, sexy) [ 26 ] abgeleitete Adjektive auf -er (die TĂŒrme des Bremer Doms; Zweierbeziehung; in den achtziger Jahren) [ 27 ] als erster Teil in zusammengesetzten Wörtern: Neuruppin, Altkanzler, Altbau, Neubau, GroĂvater, GrĂŒnfink, Jungunternehmer, Rotkreuzschwester ; in bestimmten mehrteiligen Wörtern (wie Zusammensetzungen): kölnisch Wasser, SchwĂ€bisch GmĂŒnd , vorangestellte Adjektive in bestimmten festen Verbindungen (vor Eigennamen: in ganz England ; Personennamen: Jung Siegfried ; in Nummerierungssystemen fĂŒr Abschnitte und Kapitel: weiter mit A [gelesen: groĂ A] ; vereinzelt: Bad mit warm Wasser ) [ 28 ] nachgestellte Adjektive: in engen (oft: idiomatischen) NachtrĂ€gen ( mein Mann selig, tausend Euro bar, mit Max Schulze jun. [= junior] ; Produktbezeichnungen: Forelle blau, Henkell trocken ; presse- und werbesprachlich: FuĂball brutal, Luxus pur ; fachsprachlich: Nadelfeilen rund nach DIN 8342 ; Volkslied: HĂ€nschen klein ; poetische Sprache des 18./19. Jahrhunderts: bei einem Wirte wundermild [Uhland], Ich arme Jungfer zart, / Ach hĂ€tt ich doch genommen / Den König Drosselbart! ) [ 29 ] in lockeren NachtrĂ€gen bzw. Appositionen (in Relativsatzfragmenten: die SekretĂ€rin, mĂŒde und abgespannt, legte die FĂŒĂe auf das Pult ; in technischen Texten: bestell mir noch 200 Schrauben, verzinkt ) [ 30 ] |
Deklination bei zwei und mehr Adjektiven
Wenn zwei und mehr Adjektive aufeinander folgen, die jeweils ein eigenstÀndiges Attribut zum Substantiv bilden, werden sie alle dem Substantiv entsprechend dekliniert. Die Interpretation solcher Konstruktionen kann variieren zwischen:
âą Reihung (Max besitzt weiĂe, blaue und graue Hemden)
⹠Unterordnung (Max trÀgt am liebsten sein altes blaues Hemd)cite-ref-dg342-24-1[24]
Im zweiten Fall kann altes so gedeutet werden, dass es sich auf eine Einheit blaues Hemd bezieht.
Im Gegensatz hierzu wird ein Adjektiv nicht dekliniert, wenn es sich enger auf ein Adjektiv bezieht, das seinerseits das einzige Attribut bildet:cite-ref-dg354-31-0[31]
âą ein [entsetzlich kalter] Wind
Deklination bei substantivischen Komposita
Bei substantivischen Komposita werden attributiv verwendete Adjektive stets der ganzen Verbindung entsprechend dekliniert (ein steinerner BrĂŒckenpfeiler).cite-ref-dg347f-32-0[32] Dies gilt auch in den relativ seltenen FĂ€llen, in denen das Adjektiv sich nicht auf den letzten, sondern auf den ersten Teil des Kompositums bezieht (das geheime Wahlrecht; Eigennamen: die St. Johannkirche, die Teutoburger Waldeisenbahn).cite-ref-dg348-33-0[33]
Regeln fĂŒr die Bildung der Deklinationsformen
Attributive Adjektive richten sich in Kasus, Numerus und Genus nach dem Substantiv, auf das sie sich beziehen. Genusunterschiede bestehen nur im Singular.cite-ref-dg363-34-0[34]
Einen entscheidenden Einfluss auf die Deklinationsformen haben die Artikelwörter. Jedes Adjektiv kann stark und schwach gebeugt werden. Wenn dem Adjektiv ein Artikelwort mit Beugungsendung vorangeht, wird das Adjektiv schwach flektiert, sonst stark.cite-ref-dg363-34-1[34]
âą schwache Deklination (nach Artikelwort mit Beugungsendung): dieser blaue Hut
âą starke Deklination (ohne Vorausgehen eines Artikelwortes mit Beugungsendung): blauer Hut; blauer Nagellack
Bei Artikelwörtern, die teils endungslose, teils flektierte Formen aufweisen (ein, kein, mein usw.), werden nachfolgende Adjektive teils stark, teils schwach flektiert. Einzelheiten siehe unten.
| Kasus | Maskulin | Neutrum | Feminin | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | kalt er Kaffee d er kalt e Kaffee | kalt es Wasser da s kalt e Wasser | kalt e Milch di e kalt e Milch | kalt e GetrÀnke di e kalt en GetrÀnke |
| Genitiv | wegen kalt en Kaffees trotz d es kalt en Kaffees | wegen kalt en Wassers trotz d es kalt en Wassers | wegen kalt er Milch trotz d er kalt en Milch | wegen kalt er GetrÀnke trotz d er kalt en GetrÀnke |
| Dativ | mit kalt em Kaffee mit d em kalt en Kaffee | mit kalt em Wasser mit d em kalt en Wasser | mit kalt er Milch mit d er kalt en Milch | mit kalt en GetrÀnken mit d en kalt en GetrÀnken |
| Akkusativ | fĂŒr kalt en Kaffee fĂŒr d en kalt en Kaffee | fĂŒr kalt es Wasser fĂŒr da s kalt e Wasser | fĂŒr kalt e Milch fĂŒr di e kalt e Milch | fĂŒr kalt e GetrĂ€nke fĂŒr di e kalt en GetrĂ€nke |
Die starke Deklination der Adjektive deckt sich zu groĂen Teilen mit der Deklination der Pronomen, insbesondere mit der des Demonstrativpronomen dieser. Zu Abweichungen kommt es lediglich beim Genitiv Singular Maskulinum (kalten Kaffees â dieses Kaffees) und beim Genitiv Singular Neutrum (kalten Wassers â dieses Wassers).cite-ref-dg363-34-2[34]
Bei der schwachen Deklination der Adjektive kommen nur zwei Endungen vor: -e und -en. Die Endung -en steht bei allen Pluralformen, bei allen Dativ- und Genitivformen sowie beim Singular des Maskulinums im Akkusativ.cite-ref-dg363f-35-0[35]
Abweichungen von den Grundregeln
In einigen FĂ€llen kommt es zu Abweichungen von den Grundregeln fĂŒr die Wahl der Adjektivflexion:
⹠Nach stark flektierten Artikelwörtern wie z. B. mancher, die eine unbestimmte Menge, aber keine Gesamtheit angeben, werden die darauf folgenden Adjektive entweder schwach (wie gewöhnlich nach Artikelwörtern) oder stark (wie nach Zahladjektiven) dekliniert:cite-ref-dg952-36-0[36]
âą âSie hat manche gute(n) GrĂŒnde.â
âą âEr hat einiges gute(s) Material.â
âą âDie Familie besitzt vieles teure(s) Porzellan.â
⹠Nach Adjektiven, die demonstrativen Artikelwörtern und dem Indefinitum alle nahekommen, werden die darauffolgenden Adjektive tendenziell schwach flektiert (wie nach starken Artikelwörtern):cite-ref-dg952-36-1[36]
âą âDie Tabelle enthĂ€lt folgende neue(n) Waren.â
âą âSportfans kennen die Namen sĂ€mtlicher neuen/neuer Spieler.â
âą Bei einigen festen Wendungen, Sprichwörtern und Zitaten hat sich die im Mittelhochdeutschen bzw. FrĂŒhneuhochdeutschen mögliche Endungslosigkeit (statt -es) im Nominativ und Akkusativ Neutrum Singular bei starker Flexion erhalten:
âą âunser tĂ€glich Brotâ, âtrocken Brotâ
âą âheiĂ Wasserâ, âwarm Wasserâ, âflieĂend Wasserâ
âą âein ander Malâ
âą âauf gut GlĂŒckâ
âą âfĂŒr teuer Geldâ
âą âsein eigen Fleisch und Blutâ
âą âGut Ding will Weile habenâ (Sprichwort)
âą âKein schöner Landâ [Komparativ] (Volkslied)
âą âEin garstig Lied! Pfui! Ein politisch Lied!â (Zitat aus Goethes Faust I, Szene in Auerbachs Keller)
âą âAll Ding ist Giftâ (Zitat von Paracelsus)
Adjektive auf -el, -er, -en
Bei Adjektiven, die auf -el, -er oder -en enden, fÀllt, wenn sie mit einem vokalisch endenden Suffix kombiniert werden, zuweilen ein unbetontes e weg (e-Tilgung):cite-ref-dg365-37-0[37]
âą dunkel â ein dunkler Wald; illuster â eine illustre Gesellschaft; zerbrochen â ein zerbroch(e)ner Krug (Einzelheiten siehe im Artikel Kontraktion)
UnregelmĂ€Ăig dekliniertes Adjektiv
Das einzige Adjektiv im Deutschen, das unregelmĂ€Ăig dekliniert wird, ist hoch. Der suffixlosen Form hoch stehen hier die â von einem vokalisch anlautenden Suffix gefolgten â Formen hohe, hoher, hohes usw. gegenĂŒber. Lediglich im Superlativ, wo das Suffix konsonantisch anlautet (-st) erscheint ebenfalls die Grundform (am höchsten).cite-ref-dg366-38-0[38]
Indeklinables Adjektiv
Bestimmte Adjektive werden nicht dekliniert. Hierzu gehören neben Zahlwörtern und geographischen Angaben vor allem Fremdwörter wie super, easy, gratis, extra, trans oder bi.cite-ref-indeklinables-adjektiv-39-0[39]
Flexion komparierter Adjektive
Komparierte Adjektive werden ebenso flektiert wie nicht komparierte:
âą der klein-e/kleiner-e/kleinst-e Hund
âą fĂŒr den klein-en/kleiner-en/kleinst-en Hund
âą trotz des klein-en/kleiner-en/kleinst-en Hundes
âą mit dem klein-en/kleiner-en/kleinst-en Hund
Artikelwörter, artikelÀhnliche Wörter und Pronomen
Ăbersicht
Bei den Artikelwörtern unterscheidet man endungslose von solchen, die eine Endung haben.cite-ref-dg950-40-0[40]
Artikelwörter haben groĂen Einfluss darauf, wie ein nachfolgendes Adjektiv flektiert wird. Hier einige ausgewĂ€hlte Beispiele:
| Artikelwort | Nominativ | Nominativ | Nominativ | Genitiv |
|---|---|---|---|---|
| Artikelwort | Maskulin | Neutrum | Plural | Maskulin Singular |
| der | d er kalt e Kaffee | da s kalt e Wasser | di e kalt en GetrÀnke | trotz d es kalt en Kaffees |
| diese | dies er kalt e Kaffee | dies es kalt e Wasser | dies e kalt en GetrÀnke | trotz dies es (strittig: dies en ) kalt en Kaffees |
| all | all er kalt e Kaffee | all es kalt e Wasser | all e kalt en GetrÀnke | trotz all en kalt en Kaffees |
| jede | jed er wichtig e Hinweis ein jed er wichtig er /wichtig e Hinweis | jed es wichtig e Stichwort ein jed es wichtig es /wichtig e Stichwort | â | trotz jed en (auch: jed es ) wichtig en Hinweises trotz ein es jed en wichtig en Hinweises |
| ein | ein kalt er Kaffee | ein kalt es Wasser | â | wegen ein es kalt en Kaffees |
| folgende | folgend er wichtig er /wichtig e Hinweis | folgend es wichtig es /wichtig e Stichwort | folgend e wichtig e /wichtig en Einzelheiten | trotz folgend en wichtig en (= wichtig en ) Hinweises |
| solche | solch er kalt er /kalt e Kaffee | solch es kalt es /kalt e Wasser | solch e kalt e /kalt en GetrÀnke | trotz solch en kalt en (= kalt en ) Kaffees |
| manche | manch er wichtig e Hinweis | manch es wichtig e Stichwort | manch e wichtig e /wichtig en Einzelheiten | trotz manch en wichtig en Hinweises |
| viele | viel er kalt er Kaffee | viel es kalt es /kalt e Wasser | viel e kalt e GetrÀnke | trotz viel en kalt en (= kalt en ) Kaffees |
| sÀmtliche | sÀmtlich er kalt er /kalt e Kaffee | sÀmtlich es kalt es /kalt e Wasser | sÀmtlich e (selten: kalt e ) kalt en GetrÀnke | trotz sÀmtlich en kalt en (= kalt en ) Kaffees |
| andere | ander er kalt er Kaffee | ander es kalt es Wasser | ander e kalt e GetrÀnke | trotz ander en kalt en (= kalt en ) Kaffees |
| etwas | etwas kalt er Kaffee | etwas kalt es Wasser | â | trotz etwas kalt en Kaffees |
| ErklÀrung: grau = endungslose Formen, rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion, fett = irregulÀre FÀlle | ErklÀrung: grau = endungslose Formen, rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion, fett = irregulÀre FÀlle | ErklÀrung: grau = endungslose Formen, rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion, fett = irregulÀre FÀlle | ErklÀrung: grau = endungslose Formen, rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion, fett = irregulÀre FÀlle | ErklÀrung: grau = endungslose Formen, rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion, fett = irregulÀre FÀlle |
Flektierte Artikelwörter
Flektierte Artikelwörter mit schwach flektiertem Adjektiv
Bestimmter Artikel; diese , jene
| Kasus | Maskulin | Neutrum | Feminin | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | d er kalt e Kaffee dies er kalt e Kaffee | da s kalt e Wasser dies es kalt e Wasser | di e kalt e Milch dies e kalt e Milch | di e kalt en GetrÀnke dies e kalt en GetrÀnke |
| Genitiv | trotz d es kalt en Kaffees trotz dies es (strittig: dies en )* kalt en Kaffees | trotz d es kalt en Wassers trotz dies es (strittig: dies en )* kalt en Wassers | trotz d er kalt en Milch trotz dies er kalt en Milch | trotz d er kalt en GetrÀnke trotz dies er kalt en GetrÀnke |
| Dativ | mit d em kalt en Kaffee mit dies em kalt en Kaffee | mit d em kalt en Wasser mit dies em kalt en Wasser | mit d er kalt en Milch mit dies er kalt en Milch | mit d en kalt en GetrÀnken mit dies en kalt en GetrÀnken |
| Akkusativ | fĂŒr d en kalt en Kaffee fĂŒr dies en kalt en Kaffee | fĂŒr da s kalt e Wasser fĂŒr dies es kalt e Wasser | fĂŒr di e kalt e Milch fĂŒr dies e kalt e Milch | fĂŒr di e kalt en GetrĂ€nke fĂŒr dies e kalt en GetrĂ€nke |
| ErklÀrung: grau = endungslose Formen, rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion, fett = irregulÀre FÀlle | ErklÀrung: grau = endungslose Formen, rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion, fett = irregulÀre FÀlle | ErklÀrung: grau = endungslose Formen, rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion, fett = irregulÀre FÀlle | ErklÀrung: grau = endungslose Formen, rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion, fett = irregulÀre FÀlle | ErklÀrung: grau = endungslose Formen, rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion, fett = irregulÀre FÀlle |
* Bei diese ist im Genitiv Maskulin und Neutrum die Form mit -es korrekt. In zunehmendem Umfang wird daneben aber auch -en gebrÀuchlich.cite-ref-41[41]
Nach demselben Muster wie diese wird das Wort jene flektiert.cite-ref-42[42]
All
Beim Wort all kommen zwei Gebrauchsweisen vor:
âą unflektierter Gebrauch (all die/diese/unsere vergebliche MĂŒhe)
âą flektierter Gebrauch (all-e vergebliche MĂŒhe)
Bei flektiertem Gebrauch weisen alle Formen Endungen auf. Nachfolgende Adjektive werden stets schwach flektiert:cite-ref-43[43]
| Kasus | Maskulin | Neutrum | Feminin | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | all er kalt e Kaffee | all es kalt e Wasser | all e kalt e Milch | all e kalt en GetrÀnke |
| Genitiv | trotz all en kalt en Kaffees | trotz all en kalt en Wassers | trotz all er kalt en Milch | trotz all er kalt en GetrÀnke |
| Dativ | mit all em kalt en Kaffee | mit all em kalt en Wasser | mit all er kalt en Milch | mit all en kalt en GetrÀnken |
| Akkusativ | fĂŒr all en kalt en Kaffee | fĂŒr all es kalt e Wasser | fĂŒr all e kalt e Milch | fĂŒr all e kalt en GetrĂ€nke |
| ErklÀrung: rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion | ErklÀrung: rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion | ErklÀrung: rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion | ErklÀrung: rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion | ErklÀrung: rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion |
Jede
Das Wort jede besitzt nur Singularformen.
Beim Genitiv Maskulinum und Genitiv Neutrum wird bei nachfolgenden Adjektiven in zunehmendem Umfang die Endung -es verwendet. Der â konservative â Gebrauch der Endung -en ist nur zulĂ€ssig, wenn das nachfolgende Substantiv ein Genitiv-s aufweist (die Pflicht jed-es SchĂŒler-s; die Pflicht jed-en SchĂŒler-s; die Pflicht jed-es Student-en; die Pflicht jeden Studenten).cite-ref-44[44]
Dem Wort jeder kann der unbestimmte Artikel ein vorangestellt werden. In FĂ€llen, wo dieser endungslos ist, kann ein nachfolgendes Adjektiv wahlweise stark oder schwach flektiert werden:cite-ref-dg956-45-0[45]
| Kasus | Maskulin | Neutrum | Feminin |
|---|---|---|---|
| Nominativ | jed er wichtig e Hinweis ein jed er wichtig er /wichtig e Hinweis | jed es wichtig e Stichwort ein jed es wichtig es /wichtig e Stichwort | jed e wichtig e Anmerkung ein e jed e wichtig e Anmerkung |
| Genitiv | trotz jed en (auch: jed es ) wichtig en Hinweises trotz ein es jed en wichtig en Hinweises | trotz jed en (auch: jed es ) wichtig en Stichwortes trotz ein es jed en wichtig en Stichwortes | trotz jed er wichtig en Anmerkung trotz ein er jed en wichtig en Anmerkung |
| Dativ | mit jed em wichtig en Hinweis mit ein em jed en wichtig en Hinweis | mit jed em wichtig en Stichwort mit ein em jed en wichtig en Stichwort | mit jed er wichtig en Anmerkung mit ein er jed en wichtig en Anmerkung |
| Akkusativ | fĂŒr jed en wichtig en Hinweis fĂŒr ein en jed en wichtig en Hinweis | fĂŒr jed es wichtig e Stichwort fĂŒr ein jed es wichtig es /wichtig e Stichwort | fĂŒr jed e wichtig e Anmerkung fĂŒr eine jed e wichtig e Anmerkung |
| ErklÀrung: grau = endungslose Formen, rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion, fett = irregulÀre FÀlle | ErklÀrung: grau = endungslose Formen, rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion, fett = irregulÀre FÀlle | ErklÀrung: grau = endungslose Formen, rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion, fett = irregulÀre FÀlle | ErklÀrung: grau = endungslose Formen, rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion, fett = irregulÀre FÀlle |
Beide
Das Wort beide besitzt nur Pluralformen. Wenn es HauptmerkmaltrÀger ist, wird es stark flektiert, sonst schwach. Nachfolgende Adjektive werden stets schwach flektiert.cite-ref-dg954-46-0[46]
| Kasus | Plural |
|---|---|
| Nominativ | beid e kalt en GetrÀnke dies e beid en kalt en GetrÀnke |
| Genitiv | trotz beid er kalt en GetrÀnke trotz dies er beid en kalt en GetrÀnke |
| Dativ | mit beid en kalt en GetrÀnken mit dies en beid en kalt en GetrÀnken |
| Akkusativ | fĂŒr beid e kalt en GetrĂ€nke fĂŒr dies e beid en kalt en GetrĂ€nke |
| ErklÀrung: rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion | ErklÀrung: rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion |
Flektierte Artikelwörter mit uneinheitlich flektiertem Adjektiv
Paradigma ein
Zu diesem Typ gehören die Wörter ein und kein sowie die possessiven Artikelwörter (mein, dein, sein, ihr, unser, euer). Diesen ist gemeinsam, dass sie beim attributiven Gebrauch in einigen FĂ€llen keine Endung haben.cite-ref-dg950-40-1[40] Die Suffixlosigkeit des Artikelwortes erzwingt in diesen FĂ€llen eine starke Flexion des Adjektivs; in allen ĂŒbrigen FĂ€llen wird das Adjektiv schwach flektiert.cite-ref-dg364-47-0[47]
| Kasus | Maskulin | Neutrum | Feminin | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | mein kalt er Kaffee | mein kalt es Wasser | mein e kalt e Milch | mein e kalt en GetrÀnke |
| Genitiv | wegen mein es kalt en Kaffees | wegen mein es kalt en Wassers | wegen mein er kalt en Milch | wegen mein er kalt en GetrÀnke |
| Dativ | mit mein em kalt en Kaffee | mit mein em kalt en Wasser | mit mein er kalt en Milch | mit mein en kalt en GetrÀnken |
| Akkusativ | fĂŒr mein en kalt en Kaffee | fĂŒr mein kalt es Wasser | fĂŒr mein e kalt e Milch | fĂŒr mein e kalt en GetrĂ€nke |
| ErklÀrung: grau = endungslose Formen, rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion | ErklÀrung: grau = endungslose Formen, rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion | ErklÀrung: grau = endungslose Formen, rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion | ErklÀrung: grau = endungslose Formen, rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion | ErklÀrung: grau = endungslose Formen, rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion |
Da Nominalphrasen im Deutschen immer einen HauptmerkmaltrĂ€ger enthalten mĂŒssen, erscheinen bei prĂ€dikativem Gebrauch Endungen auch in den sonst endungslosen Formen:cite-ref-dg950-40-2[40]
âą attributiv: Mia liest ein Buch.
⹠prÀdikativ: Auch Vera liest ein-(e)s.
Die possessiven Artikelwörter unser und euer können vor einer Endung kontrahierte Formen erhalten:
âą mit unseren/unsern/unsren Partnern (Einzelheiten im Artikel Kontraktion)
Paradigma folgende
Das demonstrative Adjektiv folgende wird, wenn es HauptmerkmaltrÀger sind, stark flektiert; nachfolgende Adjektive können stark oder schwach flektiert werden. Wenn folgende NebenmerkmaltrÀger ist, wird es, gemeinsam mit eventuell nachfolgenden Adjektiven, schwach flektiert:cite-ref-dg955-12-1[12]
| Kasus | Maskulin | Neutrum | Feminin | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | folgend er wichtig er /wichtig e Hinweis dies er folgend e wichtig e Hinweis | folgend es wichtig es /wichtig e Stichwort dies es folgend e wichtig e Stichwort | folgend e wichtig e (= wichtig e ) Anmerkung dies e folgend e wichtig e Anmerkung | folgend e wichtig e /wichtig en Einzelheiten dies e folgend en wichtig en Einzelheiten |
| Genitiv | trotz folgend en wichtig en (= wichtig en ) Hinweises trotz dies es folgend en wichtig en Hinweises | trotz folgend en wichtig en (= wichtig en ) Stichworts trotz dies es folgend en wichtig en Stichworts | trotz folgend er wichtig er /wichtig en Anmerkung trotz dies er folgend en wichtig en Anmerkung | trotz folgend er wichtig er /wichtig en Einzelheiten trotz dies er folgend en wichtig en Einzelheiten |
| Dativ | mit folgend em wichtig em /wichtig en Hinweis mit dies em folgend en wichtig en Hinweis | mit folgend em wichtig em /wichtig en Stichwort mit dies em folgend en wichtig en Stichwort | mit folgend er wichtig er /wichtig en Anmerkung mit dies er folgend en wichtig en Anmerkung | mit folgend en wichtig en (= wichtig en ) Einzelheiten mit dies en folgend en wichtig en Einzelheiten |
| Akkusativ | fĂŒr folgend en wichtig en (= wichtig en ) Hinweis fĂŒr dies en folgend en wichtig en Hinweis | fĂŒr folgend es wichtig es /wichtig e Stichwort fĂŒr dies es folgend e wichtig e Stichwort | fĂŒr folgend e wichtig e (= wichtig e ) Anmerkung fĂŒr dies e folgend e wichtig e Anmerkung | fĂŒr folgend e wichtig e /wichtig en Einzelheiten fĂŒr dies e folgend en wichtig en Einzelheiten |
| ErklÀrung: rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion | ErklÀrung: rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion | ErklÀrung: rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion | ErklÀrung: rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion | ErklÀrung: rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion |
Artikellose demonstrative Adjektive wie z. B. obige, erstere, letztere, besagte, fragliche, selbige werden nach demselben Muster flektiert.cite-ref-dg958-13-1[13]
Solche
Adjektive, die auf eine flektierte Form von solche folgen, werden wahlweise stark oder schwach flektiert. Wenn dem flektierten solche der unbestimmte Artikel ein vorausgeht, wird ein Adjektiv, das nachfolgt, parallel zu solche flektiert:cite-ref-dg957-48-1[48]
| Kasus | Maskulin | Neutrum | Feminin | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | solch er kalt er /kalt e Kaffee ein solch er kalt er Kaffee | solch es kalt es /kalt e Wasser ein solch es kalt es Wasser | solch e kalt e (= kalt e ) Milch ein e solch e kalt e Milch | solch e kalt e /kalt en GetrĂ€nke â |
| Genitiv | trotz solch en kalt en (= kalt en ) Kaffees trotz ein es solch en kalt en Kaffees | trotz solch en kalt en (= kalt en ) Wassers trotz ein es solch en kalt en Wassers | trotz solch er kalt er /kalt en Milch trotz ein er solch en kalt en Milch | trotz solch er kalt er /kalt en GetrĂ€nke â |
| Dativ | mit solch em kalt em /kalt en Kaffee mit ein em solch en kalt en Kaffee | mit solch em kalt em /kalt en Wasser mit ein em solch en kalt en Wasser | mit solch er kalt er /kalt en Milch mit ein er solch en kalt en Milch | mit solch en kalt en (= kalt en ) GetrĂ€nken â |
| Akkusativ | fĂŒr solch en kalt en (= kalt en ) Kaffee fĂŒr ein en solch en kalt en Kaffee | fĂŒr solch es kalt es /kalt e Wasser fĂŒr ein solch es kalt es Wasser | fĂŒr solch e kalt e (= kalt e ) Milch fĂŒr ein e solch e kalt e Milch | fĂŒr solch e kalt e /kalt en GetrĂ€nke â |
| ErklÀrung: grau = endungslose Formen, rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion | ErklÀrung: grau = endungslose Formen, rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion | ErklÀrung: grau = endungslose Formen, rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion | ErklÀrung: grau = endungslose Formen, rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion | ErklÀrung: grau = endungslose Formen, rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion |
Ebenso wie welche und manche kann solche auch endungslos und unflektiert werden (solch ein gutes Buch; siehe unten).
Manche
Wenn auf das Wort manche ein Adjektiv folgt, so wird dieses im Singular schwach, und im Plural wahlweise stark oder schwach flektiert:cite-ref-dg956-45-1[45]
| Kasus | Maskulin | Neutrum | Feminin | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | manch er wichtig e Hinweis | manch es wichtig e Stichwort | manch e wichtig e Anmerkung | manch e wichtig e /wichtig en Einzelheiten |
| Genitiv | trotz manch en wichtig en Hinweises | trotz manch en wichtig en Stichworts | trotz manch er wichtig en Anmerkung | trotz manch er wichtig er /wichtig en Einzelheiten |
| Dativ | mit manch em wichtig en Hinweis | mit manch em wichtig en Stichwort | mit manch er wichtig en Anmerkung | mit manch en (wichtig en =) wichtig en Einzelheiten |
| Akkusativ | fĂŒr manch en wichtig en Hinweis | fĂŒr manch es wichtig e Stichwort | fĂŒr manch e wichtig e Anmerkung | fĂŒr manch e wichtig e /wichtig en Einzelheiten |
| ErklÀrung: rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion, fett = irregulÀre FÀlle | ErklÀrung: rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion, fett = irregulÀre FÀlle | ErklÀrung: rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion, fett = irregulÀre FÀlle | ErklÀrung: rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion, fett = irregulÀre FÀlle | ErklÀrung: rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion, fett = irregulÀre FÀlle |
Das Wort manche wird daneben auch endungslos verwendet (siehe unten).
Viele
Wenn auf das Wort viele ein Adjektiv folgt, so wird dieses stark flektiert. Im Neutrum wird es daneben oft schwach flektiert:cite-ref-dg957-48-2[48]
| Kasus | Maskulin | Neutrum | Feminin | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | viel er kalt er Kaffee dies er viel e kalt e Kaffee | viel es kalt es / kalt e Wasser dies es viel e kalt e Wasser | viel e kalt e Milch dies e viel e kalt e Milch | viel e kalt e GetrÀnke dies e viel en kalt en GetrÀnke |
| Genitiv | viel er kalt er Kaffee trotz dies es viel en kalt en Kaffees | trotz viel en kalt en (= kalt en ) Wassers trotz dies es viel en kalt en Wassers | trotz viel er kalt er Milch trotz dies er viel en kalt en Milch | trotz viel er kalt er GetrÀnke trotz dies er viel en kalt en GetrÀnke |
| Dativ | mit viel em kalt em Kaffee mit dies em viel en kalt en Kaffee | mit viel em kalt em / kalt en Wasser mit dies em viel en kalt en Wasser | mit viel er kalt er Milch mit dies er viel en kalt en Milch | mit viel en kalt en GetrÀnken mit dies en viel en kalt en GetrÀnken |
| Akkusativ | fĂŒr viel en kalt en Kaffee fĂŒr dies en viel en kalt en Kaffee | fĂŒr viel es kalt es / kalt e Wasser fĂŒr dies es viel e kalt e Wasser | fĂŒr viel e kalt e Milch fĂŒr dies e viel e kalt e Milch | fĂŒr viel e kalt e GetrĂ€nke fĂŒr dies e viel en kalt en GetrĂ€nke |
| ErklÀrung: rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion, fett = irregulÀre FÀlle | ErklÀrung: rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion, fett = irregulÀre FÀlle | ErklÀrung: rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion, fett = irregulÀre FÀlle | ErklÀrung: rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion, fett = irregulÀre FÀlle | ErklÀrung: rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion, fett = irregulÀre FÀlle |
Das Wort viele wird daneben auch endungslos verwendet (siehe unten).
SĂ€mtliche
Wenn auf das Wort sÀmtliche ein Adjektiv folgt, so wird dieses wahlweise stark oder schwach flektiert. Im Plural Nominativ, Akkusativ und Dativ wird es meist schwach flektiert.cite-ref-dg956-45-2[45]
| Kasus | Maskulin | Neutrum | Feminin | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | sÀmtlich er kalt er /kalt e Kaffee | sÀmtlich es kalt es /kalt e Wasser | sÀmtlich e kalt e (= kalt e ) Milch | sÀmtlich e (selten: kalt e ) kalt en GetrÀnke |
| Genitiv | trotz sÀmtlich en kalt en (= kalt en ) Kaffees | trotz sÀmtlich en kalt en (= kalt en ) Wassers | trotz sÀmtlich er kalt er /kalt en Milch | trotz sÀmtlich er kalt er /kalt en GetrÀnke |
| Dativ | mit sÀmtlich em kalt em /kalt en Kaffee | mit sÀmtlich em kalt em /kalt en Wasser | mit sÀmtlich er kalt er /kalt en Milch | mit sÀmtlich en (kalt en =) kalt en GetrÀnken |
| Akkusativ | fĂŒr sĂ€mtlich en kalt en (= kalt en ) Kaffee | fĂŒr sĂ€mtlich es kalt es /kalt e Wasser | fĂŒr sĂ€mtlich e kalt e (= kalt e ) Milch | fĂŒr sĂ€mtlich e (selten: kalt e ) kalt en GetrĂ€nke |
| ErklÀrung: rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion | ErklÀrung: rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion | ErklÀrung: rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion | ErklÀrung: rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion | ErklÀrung: rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion |
Wer, irgendwer
Die flektierten Indefinitpronomen wer und irgendwer erscheinen gelegentlich mit einer Apposition, meist einem substantivierten Adjektiv. Dieses wird â der Grundregel der Adjektivflexion entsprechend â schwach flektiert. Ebenso wie bei nach den Indefinitpronomen jemand und niemand erscheint im Nominativ und Akkusativ grundsĂ€tzlich aber die Endung -es, die keineswegs auf ein Neutrum, sondern auf einen ursprĂŒnglichen Genitiv verweist.cite-ref-dg329-49-0[49]cite-ref-dg998f-50-0[50]
| Kasus | Singular |
|---|---|
| Nominativ | w er Unbekannt es |
| Genitiv | â |
| Dativ | mit w em Unbekannt en |
| Akkusativ | fĂŒr w en Unbekannt es , fĂŒr w en Unbekannt en |
| ErklĂ€rung: grĂŒn = ursprĂŒnglicher Genitiv, rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion | ErklĂ€rung: grĂŒn = ursprĂŒnglicher Genitiv, rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion |
Artikelwörter, die sich wie Adjektive verhalten
Adjektive, die auf die Artikelwörter andere, wenige, einige, etliche und etwelche folgen, werden flektiert, als ob ein Adjektiv voranginge:cite-ref-dg954-46-1[46]
| Kasus | Maskulin | Neutrum | Feminin | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | ander er kalt er Kaffee dies er ander e kalt e Kaffee | ander es kalt es Wasser dies es ander e kalt e Wasser | ander e kalt e Milch dies e ander e kalt e Milch | ander e kalt e GetrÀnke dies e ander en kalt en GetrÀnke |
| Nominativ | frisch er kalt er Kaffee dies er frisch e kalt e Kaffee | frisch es kalt es Wasser dies es frisch e kalt e Wasser | frisch e kalt e Milch dies e frisch e kalt e Milch | frisch e kalt e GetrÀnke dies e frisch en kalt en GetrÀnke |
| Genitiv | trotz ander en kalt en Kaffees trotz dies es ander en kalt en Kaffees | trotz ander en kalt en Wassers trotz dies es ander en kalt en Wassers | trotz ander er kalt er Milch trotz dies er ander en kalt en Milch | trotz ander er kalt er GetrÀnke trotz dies er ander en kalt en GetrÀnke |
| Genitiv | trotz frisch en kalt en Kaffees trotz dies es frisch en kalt en Kaffees | trotz frisch en kalt en Wassers trotz dies es frisch en kalt en Wassers | trotz frisch er kalt er Milch trotz dies er frisch en kalt en Milch | trotz frisch er kalt er GetrÀnke trotz dies er frisch en kalt en GetrÀnke |
| Dativ | mit ander em kalt em Kaffee mit dies em ander en kalt en Kaffee | mit ander em kalt em Wasser mit dies em ander en kalt en Wasser | mit ander er kalt er Milch mit dies er ander en kalt en Milch | mit ander en kalt en GetrÀnken mit dies en ander en kalt en GetrÀnken |
| Dativ | mit frisch em kalt em Kaffee mit dies em frisch en kalt en Kaffee | mit frisch em kalt em Wasser mit dies em frisch en kalt en Wasser | mit frisch er kalt er Milch mit dies er frisch en kalt en Milch | mit frisch en kalt en GetrÀnken mit dies en frisch en kalt en GetrÀnken |
| Akkusativ | fĂŒr ander en kalt en Kaffee fĂŒr dies en ander en kalt en Kaffee | fĂŒr ander es kalt es Wasser fĂŒr dies es ander e kalt e Wasser | fĂŒr ander e kalt e Milch fĂŒr dies e ander e kalt e Milch | fĂŒr ander e kalt e GetrĂ€nke fĂŒr dies e ander en kalt en GetrĂ€nke |
| Akkusativ | fĂŒr frisch en kalt en Kaffee fĂŒr dies en frisch en kalt en Kaffee | fĂŒr frisch es kalt es Wasser fĂŒr dies es frisch e kalt e Wasser | fĂŒr frisch e kalt e Milch fĂŒr dies e frisch e kalt e Milch | fĂŒr frisch e kalt e GetrĂ€nke fĂŒr dies e frisch en kalt en GetrĂ€nke |
| ErklÀrung: rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion | ErklÀrung: rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion | ErklÀrung: rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion | ErklÀrung: rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion | ErklÀrung: rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion |
Folgende Besonderheiten:
⹠Das Wort mehrere besitzt aber nur Pluralformen (mehrere kalte GetrÀnke).cite-ref-dg956-45-3[45]
Nicht flektierte Artikelwörter
Manch, solch, welch, viel, wenig
Einige sonst flektierte Artikelwörter weisen in bestimmtem Gebrauch endungslose Formen auf:
âą manch kann in gehobenem Stil endungslos gebraucht werden (manch junge Frau; aber: manch-e junge Frau)cite-ref-dg951-51-0[51]
âą dasselbe gilt fĂŒr solch (mit solch groĂ-em Aufwand; aber: mit solch-em groĂ-em/groĂ-en Aufwand)cite-ref-dg957-48-3[48]
âą welch kann in AusrufesĂ€tzen endungslos gebraucht werden (Mit welch kĂŒhnem Schwung(e) die Buchstaben geschrieben sind! Aber: welch-er kĂŒhne Schwung)cite-ref-dg951-51-1[51]
⹠auch die Wörter viel und wenig können endungslos gebraucht werden (mit viel/wenig kalt-em Wasser; aber: mit viel-em/wenig-em kalt-en Wasser)cite-ref-dg957-48-4[48]
Etwas, genug, nichts , Bildungen auf -erlei; dessen, deren, wessen
Einige Artikelwörter und Pronomen werden nicht adjektivisch, sondern substantivisch gebeugt. Dies betrifft u. a. die Wörter etwas, nichts, genug, niemand, dessen/deren, wessen sowie die Bildungen auf -erlei (beiderlei, derlei, mancherlei, vielerlei, zweierlei usw.). Nachfolgende Adjektive werden stets stark flektiert:cite-ref-52[52]cite-ref-dg958-13-3[13]
âą etwas grĂŒn-er Tee
âą Wigman, deren ausdrucksstark-er Tanz das Publikum faszinierte
Jemand, irgendjemand, niemand
Die Indefinitpronomen jemand, irgendjemand und niemand schwanken zwischen substantivischer und adjektivischer Flexion: jemand sein â trotz jemand/-es hoffen â mit jemand/-em sprechen â fĂŒr jemand/-en bĂŒrgen.cite-ref-dg319-53-0[53]
Beiden Wörtern, sowie auch dem Wort wer, kann eine enge Apposition folgen. Meist handelt es sich um ein substantiviertes Adjektiv. Standardsprachlich weist dieses Adjektiv im Nominativ und im Akkusativ die Endung -es auf. Hierbei handelt es sich um einen ursprĂŒnglichen Genitiv, der heute jedoch meist als Nominativ/Akkusativ Neutrum empfunden wird.cite-ref-dg998f-50-1[50]
Standardsprachlich findet die Grundregel der Adjektivdeklination Anwendung (auf endungslose Formen folgen stark flektierte Formen). Daneben existieren jedoch auch verschiedene umgangssprachliche Formen:cite-ref-dg998f-50-2[50]
| Kasus | Standardsprachlich analog zur Beugung des Neutrum | Umgangssprachlich |
|---|---|---|
| Nominativ | jemand Unbekannt es | jemand Unbekannt er |
| Genitiv | trotz jemand Unbekannt en | |
| Dativ | mit jemand Unbekannt em | mit jemand em Unbekannt em , mit jemand em Unbekannt en |
| Akkusativ | fĂŒr jemand Unbekannt es | fĂŒr jemand Unbekannt en , fĂŒr jemand en Unbekanntes |
| ErklĂ€rung: grau = endungslose Formen, grĂŒn = ursprĂŒnglicher Genitiv, rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion | ErklĂ€rung: grau = endungslose Formen, grĂŒn = ursprĂŒnglicher Genitiv, rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion | ErklĂ€rung: grau = endungslose Formen, grĂŒn = ursprĂŒnglicher Genitiv, rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion |
Kardinalzahlen
Die Kardinalzahlen von zwei bis zwölf, die gewöhnlich gar nicht flektiert werden, erhalten im Genitiv, sofern kein Artikelwort verwendet wird, die starke Endung -er (die Kinder zwei-er Menschen). Nachfolgende Adjektive werden stark flektiert (die Kinder zwei-er glĂŒcklich-er Menschen).cite-ref-54[54]
Das Zahlwort eins wird in adjektivischer Position auch als unbestimmter Artikel verwendet und wird wie ein Possessivpronomen dekliniert, in substantivischer Position wie ein ĂŒbliches Adjektiv.
Das Zahlwort zwei wird im jĂŒngeren Neuhochdeutschen normalerweise nicht mehr in seinem Geschlecht angepasst (siehe dazu Zwei#Sprachliches):
Die ĂŒbrigen Zahlwörter bleiben in der Regel unverĂ€ndert, sie werden kaum substantivisch verwendet: in drei HĂ€usern (Dativ).
| Kasus | ein | zwei | dreizehn |
|---|---|---|---|
| Nominativ | ein groĂ er Hund d er ein e groĂ e Hund | zwei groĂ e Hunde di e zwei groĂ en Hunde | dreizehn groĂ e Hunde di e dreizehn groĂ en Hunde |
| Genitiv | trotz ein es groĂ en Hundes trotz d es ein en groĂ en Hundes | trotz zwei er groĂ er Hunde trotz d er zwei groĂ en Hunde | trotz dreizehn groĂ er Hunde trotz d er dreizehn groĂ en Hunde |
| Dativ | mit ein em groĂ en Hund mit d em ein en groĂ en Hund | mit zwei groĂ en Hunden mit d en zwei groĂ en Hunden | mit dreizehn groĂ en Hunden mit d en dreizehn groĂ en Hunden |
| Akkusativ | fĂŒr ein en groĂ en Hund fĂŒr d en ein en groĂ en Hund | fĂŒr zwei groĂ e Hunde fĂŒr di e zwei groĂ en Hunde | fĂŒr dreizehn groĂ e Hunde fĂŒr di e dreizehn groĂ en Hunde |
| ErklÀrung: grau = endungslose Formen, rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion | ErklÀrung: grau = endungslose Formen, rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion | ErklÀrung: grau = endungslose Formen, rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion | ErklÀrung: grau = endungslose Formen, rosa = starke Flexion, hellblau = schwache Flexion |
Anmerkungen zum Genitiv:
⹠Zahlen von zwei bis zwölf ohne Artikel erhalten im Genitiv die Endung -er.
âą Der attributive Genitiv wird gewöhnlich durch die PrĂ€position von umschrieben oder benötigt den bestimmten Artikel: die TĂŒren von 21 HĂ€usern, die TĂŒren der 21 HĂ€user.
âą Der prĂ€positionale Genitiv und der Genitiv als Objekt können nur mit der Endung -er (fĂŒr Zahlen von 1 bis 12), dem bestimmten Artikel oder anderen Pronomen gebildet werden: mittels zweier Anrufe, aufgrund dieser drei Anrufe; er erbarmte sich der drei Wanderer.
Der substantivische Dativ wird bei Zahlen von eins bis zwölf durch die Endung -en gebildet: dort stehen drei HĂ€user â in zweien brennt es. Bei anderen Zahlen kann der Partitiv zur Hilfe genommen werden: dort stehen zwanzig HĂ€user â in neunzehn (von ihnen) brennt Licht.
Substantivisch existieren darĂŒber hinaus Hunderte â von Hunderten â zu Hunderten und Tausende â von Tausenden â zu Tausenden, sowie (das) Hundert â vom Hundert und (das) Tausend â vom Tausend.
Einzelnachweise
cite-note-11. â duden.de: Mutter
cite-note-22. â duden.de: Klamottenkiste
cite-note-33. â Elke Hentschel & Harald Weydt: Handbuch der deutschen Grammatik. 4. Auflage. Walter de Gruyter, 2013, S. 138f.
cite-note-44. â Thorsten Roelcke: Sprachtypologie des Deutschen. Walter de Gruyter, 1997, S. 137.
cite-note-55. â Pons-Grammatiken: Ines Balcik: Pons. Band 2: Zweifelsfrei Deutsch. Grammatik. Sichere Antworten auf knifflige Fragen. Klett, Stuttgart u. a. 2007, S. 10f. Ines Balcik, JĂŒrgen Folz, Klaus Röhe: Pons. Band 3: Perfektes Deutsch. Der Ratgeber in sprachlichen ZweifelsfĂ€llen. PONS, Stuttgart u. a. 2009, S. 162â164. Ines Balcik, Klaus Röhe, Verena WrĂłbel: Pons. Band 2: Die groĂe Grammatik Deutsch. Das umfassende Nachschlagewerk. PONS, Stuttgart u. a. 2009, S. 111ff.
cite-note-66. â Thordis Hennings: EinfĂŒhrung in das Mittelhochdeutsche. Dritte, durchgesehene und verbesserte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 2012, S. 149.
cite-note-77. â Beispiele: Im Eintrag Oma bei duden.de heiĂt es zum Genitiv Singular âder Oma, Omasâ Duden Grundschulwörterbuch. Sag es besser! Die richtige Wortwahl. 2013, S. 68. Zitat: âAn Mamas Ring funkelt ein smaragdgrĂŒner Stein.â
cite-note-88. â Beispiele: Johann Christoph Adelung: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart. Leipzig 1793â1801: âDie BĂšttstatt, plur. die -stĂ€tte, oder BettstĂ€tte, plur. die -n [âŠ]â âDie Hofstatt, plur. die -stĂ€tte [âŠ]â âDie WĂȘrkstatt, plur. die -stĂ€tte, oder die WerkstĂ€tte, plur. die -n [âŠ]â âDie Wohnstatt, plur. die -stĂ€tte, oder die WohnstĂ€tte, plur. die -n [âŠ]â Olla Potrida. Erstes StĂŒk. Weversche Buchhandlung, Berlin 1788, S. 143: âDie WerkstĂ€tte sind in geringer Anzahl, und die Arbeiter nur einen Theil des Jahres beschĂ€ftigt.â Joseph Schneider: Warum sterben heut zu Tage die Menschen frĂŒher, als in der Vorzeit? Ein Programm, als Beitrag zur Verherrlichung der priesterlichen JubilĂ€ums-Feier Seiner HochfĂŒrstlichen Gnaden Adalbert III, FĂŒrt-Bischofs zu Fulda, des heil. Römischen Reichs FĂŒrsten, Ihrer MajestĂ€t der Römischen Kaiserinn Erzkanzlers durch Germanien und Gallien Primas rc. rc. Fulda 1811, S. 11: âUnsere SchlafstĂ€tte sind itzt weiche und erhitzende Federbetten [âŠ]â Heinrich Zschokke: Geschichte vom Kampf und Untergang der schweizerischen Berg- und Waldkantone, besonders des alten eidsgenössischen Kantons Schwyz. In vier BĂŒchern. Bern / ZĂŒrich 1801, S. 23: âIm Jahre 1257 wĂ€hlten daher die vereinten WaldstĂ€tte den Tapfersten in Helvetien zu ihrem Schirmvogt.â Ferdinand Meyer: Die evangelische Gemeinde in Locarno, ihre Auswanderung nach ZĂŒrich und ihre weitern Schicksale. Ein Beitrag zur Geschichte der Schweiz im sechszehnten Jahrhundert. Erster Band. ZĂŒrich 1836, S. 332: âKurz darauf finden wir die Boten der vier WaldstĂ€tte, mit sĂ€mtlicher sieben Orte Vollmacht, in Luzern versammelt.â
cite-note-duden4gramm1995-99. â Duden. Die Grammatik. Band 4, 5. Auflage. Mannheim / Leipzig / Wien / ZĂŒrich 1995, § 427.
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cite-note-2020. â Duden Bd. 9, 2007, S. 890.
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cite-note-2323. â Vgl. Peter Eisenberg: Das Wort. Grundriss der Deutschen Grammatik. Band 1. 3. Auflage. Metzler, Stuttgart/Weimar 2006.
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